Ämterübergabe beim PROBUS-Club Kleve

Dr. Dietmar Viertel (re.) ist neuer Präsident des PROBUS-Club Kleve. Mike Urban (li.), scheidender Präsident überreicht ihm die Präsidentennadel verbunden mit den besten Glückwünschen.

Bei der jährlich stattfindenden Mitgliederversammlung standen auch wieder Vorstandswahlen an. Mike Urban, Präsident 2017/18 stellte in seinem Rechenschaftsbericht die wesentlichen Ereignisse seines Amtsjahres dar. Hierbei hob er die sehr engagierte Arbeit des Vorstandes hervor, die zudem durch die dringlichen Anforderungen i.Z.m der Datenschutzverordnung die Funktionsträger doch überdurchschnittlich in Anspruch nahmen. Dr. Uschi Möhrer, verantwortlich für die Veranstaltungen des Clubs konnte wieder ein anspruchsvolles Programm vorstellen. Die fast vollzählig versammelten Mitglieder zeigten sich erfreut und zufrieden mit der geleisteten Arbeit und entließen den Vorstand mit den besten Wünschen. Neuer Präsident des PROBUS-Club Kleve ist Dr. Dietmar Viertel. Der Emmericher Zahnarzt hatte bereits im PROBUS-Jahr 2012/13 den Club geführt und stellte sich erneut zur Verfügung. Beim anschließenden feierlichen Abendessen konnte er auch die Präsidenten der Nachbarclubs von PROBUS Emmerich-Rees, EUREGIO, Herrn Louis Cloostermann und von ROTARY-Kleve, Herrn Ludger van Bebber begrüßen. In seiner Antrittsrede erklärte Viertel, dass er den eingeschlagenen Weg der geselligen Begegnungen und Pflege der Freundschaften weitergehen und sich verstärkt um die Gemeinschaft und den Austausch mit den Nachbar-Clubs bemühen möchte. Eine Überraschung gab es dann doch noch. Der scheidende Präsident und die Programmwartin hatten ein veganes Buffet bestellt, was den Gästen Bewertungen von „mutig“ bis „schmeckt mir“ entlockte.

Vortrag

Vortrag: Im Alter lässt die Sehkraft nach

Der Referent des heutigen Abends, Privatdozent Dr. Klaus Dieter Lemmen, war lange Jahre Chefarzt der Augenklinik im Martinus-Krankenhaus in Düsseldorf. Der gute Ruf der Martinus-Augenklinik ist eng mit seinem Namen als Operateur und auch als Gestalter großer internationaler Kongresse verbunden. Er ist 2014 aus der Klinik ausgeschieden und hat sich als Augenarzt in Düsseldorf niedergelassen, operiert aber weiterhin regelmäßig an seiner alten Wirkungsstätte.

Der Referent sprach in seinem Vortrag drei Augenerkrankungen an:

Der Graue Star (Katarakt) ist eine Trübung der Augenlinse. Bei fortgeschrittener Erkrankung kann man die graue Färbung der Linse hinter der Pupille von außen erkennen. Symptome sind: Langsamer, schmerzloser Verlust der Sehschärfe (Visus), verschwommenes Sehen, zunehmende Blendungsempfindlichkeit.             Behandlung: Die getrübte Linse wird durch ein künstliches Linsenimplantat ersetzt. Durch Wahl eines entsprechenden Implantats können Sehfehler, z. B. Kurzsich-tigkeit, korrigiert werden. Die Komplikationsrate bei der Operation liegt unter 1%. Häufig bildet sich aber ein sog. Nach-Star, eine leichte Eintrübung des Kapselsacks (25%) Diese lässt sich durch Lasern problemlos beheben.

Die altersabhängige Makuladegeneration (AMD) ist eine Erkrankung der Netzhaut Betroffen ist der Punkt des schärfsten Sehens (Makula), dessen unterschiedliche Zellen nach und nach einen Funktionsverlust erleiden.

Häufigste Form ist die nur sehr langsam fortschreitende sog. trockene AMD (rd. 80% der Fälle). Es gibt keine durchgreifende Therapie. Um den Degenerations-prozess zu verlangsamen wird empfohlen, Alkohol und Nikotin zu meiden, sich gesund zu ernähren und zusätzlich hoch dosierte Vitamine zu nehmen (B6, B12, Folsäure).

Bei der feuchten AMD wachsen neue, poröse Blutgefäße aus der Aderhaut unter und in die Netzhaut und lösen Blutungen, Schwellungen und ggf.  auch Narben-bildungen aus. Dies führt zu Einschränkungen der Nah- und Weitsicht, so dass Gesichter nicht mehr erkannt werden und alltägliche Handlungen, wie Lesen und Autofahren, nicht möglich sind. Diese Form ist zwar viel seltener als die trockene AMD, jedoch geht sie mit einem schnell fortschreitenden und irreversiblen Sehverlust einher. Behandlung: Um das Gefäßwachstum zu hemmen, werden Medikamente in den Glaskörper injiziert( Avastin, Lucentis, Eylea). Da die trockene Form in die feuchte Form übergehen kann, ist eine regelmäßige Netzhaut-untersuchung durch den Augenarzt wichtig. Warnzeichen wie verzerrtes oder schlechter werdendes zentrales Sehen müssen innerhalb weniger Tage augenärztlich abgeklärt werden.

Die Diabetische Retinopathie ist eine durch die Zuckerkrankheit verursachte Erkrankung der Netzhaut, die zur Erblindung führen kann. Wie bei der feuchten AMD werden auch hier die Blutgefäße der Netzhaut geschädigt bzw. zu krankhaftem Wachstum in die Netzhaut angeregt. Der Prozess vollzieht sich weithin außerhalb des Bereichs der Makula und wird deshalb oft lange nicht bemerkt. Bisherige Therapien können den weiteren Verlauf der Erkrankung nur verzögern, im besten Falle stoppen. Die beste Vorbeugung besteht in einer optimalen Therapie der Zuckerkrankheit.

Die Anwesenden kannten die Thematik vielfach aus eigener Erfahrung und hatten dementsprechend viele Fragen. Auf sie ging der Referent in mehreren Frage-runden ausführlich ein. So gab es am Ende für den Vortragenden den verdienten lebhaften Beifall.

Die Spende des PROBUS-Clubs Kleve für das Jahr 2018 ging an das Hospiz in Kevelaer-Wetten

Einmal im Jahr spendet der PROBUS-Club Kleve für einen wohltätigen Zweck. Die Spende 2018, da war sich der Vorstand schnell einig, sollte an das Hospiz in Kevelaer-Wetten gehen. Das Team in Wetten leistet unschätzbar gute Arbeit und ist auf Hilfe angewiesen. Der PROBUS-Vorstand wurde von der Leiterin des Hospizes, Frau Brigitta Brünken, herzlich empfangen und über die Arbeit des sehr engagierten Teams aufgeklärt. Schwerpunkt des Vortrages waren die vielen Fallbeispiele, die jedes für sich eine besondere, einmalige Situation darstellt. Brigitta Brünken spricht von ihren „Gästen“ und weiß zu berichten, wie vielfältig und manchmal scheinbar unerfüllbar die Wünsche sind. Ein „geht nicht“ kennt sie aber nicht. Manchmal ist es etwas kompliziert und es wird Hilfe von „Außen“ benötigt, wenn aber ein Gast noch mal seine Füße in die Nordsee stecken möchte, wird das organisiert. „Oma möchte doch unbedingt mein neues Pferd sehen“, meldete etwas traurig eine besorgte Enkelin an. Auch dieser Wunsch wurde erfüllt. Brigitta Brünken weist auf ein Foto hin, auf dem deutlich das mächtige Hinterteil des Pferdes zu sehen ist. Der Pferdekopf schaut durchs Gartenfenster ins Zimmer der Oma. Auch besondere Menüwünsche finden ein verständnisvolles Ohr. Dann gibt es eben auch mal zum Frühstück „Pommes mit Majo“. Die Tage sind gezählt, die Brigitta Brünken und ihr Team für ihre liebevolle Betreuung haben. Das Szenario ist bekannt und dennoch wird viel gelacht im Hospiz in Wetten. Nachdem der Scheck überreicht war, wusste die engagierte Leiterin auch schon welchen der vielen Wünsche sie jetzt von ihrem Zettel streichen kann.

Bildunterschrift: Mike Urban, Präsident des PROBUS-Club Kleve 2017/18 (2.v.re.) überreicht der Leiterin des Hospizes in Wetten, Brigitta Brünken (m.) die Spende. Frau Dr. Uschi Möhrer (li.), Rolf Hagedorn (2.v.li.) und Dr. Dietmar Viertel (re), alle Vorstand PROBUS-Club Kleve begleiten die Übergabe.

Archäologie in Dortmund

Am 16.5.2018 beschrieb die Leiterin der Denkmalbehörde Dortmund und Archäologin Frau Dr. Henriette Brink-Kloke im PROBUS Club:  „Dortmund von unten“.

Fast immer, wenn in Dortmund gebaut wird, ist die Stadtarchäologie

Foto: Volker Schröder

beteiligt. Sie prüft Planungen und Anträge, ob Bodendenkmäler betroffen sind und sorgt in solchen Fällen für deren angemessenen Schutz. Die Denkmalbehörde hat den gesetzlichen Auftrag, Kulaturdenkmäler zu erkennen, unter Schutz zu stellen und auf ihre Erhaltung sowie sinnvolle Nutzung hinzuwirken. Dadurch sollen wichtige Relikte unserer Kulturgeschichte nicht unerkannt verloren gehen. Die Spannbreite reicht von im Boden verborgenen Siedlungsresten der Vor- und Frühgeschichte bis hin zu wichtigen Bauten der Nachkriegszeit. Aktuell stehen rund 2.000 Objekte im Stadtgebiet unter Denkmalschutz zusätlich mehr als 800 archäologische Verdachtsflächen.

 

 

Besuch und Spende: Ballettzentrum Dortmund

Seit der Spielzeit 2007/08 ist das Ballett fester Bestandteil des Theaters Dortmund. Als Ballettchef kam bereits Xin Peng Wang, ab 2004 Tobias Ehinger als Ballettmanager und 2011 Dr. Christian Baier als Ballett-Dramaturg. 2009 wurde mit Unterstützung der RWE das „Ballettzentrum Dortmund“ am Westfalenpark  für die Ausbildug und Vorbereitungen insbesondere des Nachwuchses gegründet. Wichtig ist die seit 2001 durchgedühre „Internationale Sommerakademie“ mit  internationalen Tanzrachkräften.

Besonders bemerkenswert stellte der Vorsitzende der „Ballettfreunde Dortmunds“,  Dr. Michael Brenscheidt

Foto: B. Stöß

das 2014 ins Leben gerufene „NRW Juniorenballet“, in dem aus 2000 Berwerbungen jährlich 12 junge Menschen nach einem Studium ausgewählt werden. Diesen werden die Möglichkeiten geboten, Berufserfahrungen und Bühnenpraxis unter international bekannten Künstlern zu sammeln.

Dem PROBUS Club Dortmund wurden Vorführungen einzelner Tänzer und Paarre und Proben verschiederner Choreographien im Tanzstudio des Zentrums gezeigt.

Für den Vortrag und die Aufführungen bedankte sich der Präsident F. Peter Schmitz bei Dr. Brenscheidt mit einer Spende in Höhe von 1.000 € für das NRW Juniorenballett.

Exkursion

Exkursion: Besuch der Museumsinsel Hombroich

Gegen 11 Uhr trafen wir im Eingangsbereich der Museumsinsel den sehr kompetenten Herrn Stittgen, der aber Wert darauf legte, kein Führer sondern ein Kunsterklärer zu sein.

Der Initiator der Museumsinsel, Karl-Heinrich Müller, war schon als Kind von der Kunst begeistert, doch widmete er sich zunächst dem Vermögensaufbau als Immobilienmakler und seiner privaten Sammelleidenschaft ehe er 1987 das Museum als Stiftung gründete. Verwirklicht wurde ein Ensemble aus Landschaft, Architektur und Kunst in Anlehnung des Mottos von Paul Cézanne „Kunst parallel zur Natur“ und an den Garten in Giverny.

Aus dem verwilderten historischen Park von 1816, der eigentlichen Insel Hombroich und dem angrenzendem Ackerland gestaltete der Gartenarchitekt Bernhard Korte eine für den Niederrhein typische aber außergewöhnlich schöne Park- und Auenlandschaft, in Balance von Naturbelassenheit und pflegendem Eingriff.

Der Bildhauer Erwin Heerich entwarf zehn begehbare Skulpturen, die von dem Architekten Hermann Müller ausgeführt wurden. In ihnen ist die Kunstsammlung des Stifters zu sehen ist, die nach dessen Willen auch in dieser Form bestehen bleiben soll.

Das Ausstellungskonzept folgt der Konzeption des Malers Gotthard Graubner, der im Gegensatz zur gängigen Museumspraxis die Exponate nicht chronologisch oder nach Stilrichtungen anordnet, sondern immer wieder Kunstgegenstände aus zwei Jahrtausenden gegenüberstellt und so mitein¬ander in Dialog treten lässt. So kontrastieren z.B. Skulpturen aus dem frühen China oder der Khmer zu Werken von Hans Arp, Paul Cèzanne, Eduardo Challida, Lovis Corinth, Alexander Calder, Ives Klein, Gustav Klimt, Henri Matisse und anderen Künstlern.

Grundsätzlich wird auf jeden aufklärenden Hinweis verzichtet. Der Zuschauer soll die Kunstwerke intuitiv auf sich wirken lassen. Das ist für manche nicht so einfach, da man doch das Zuordnen gewohnt ist und sich dafür seine gedanklichen Kästchen geschaffen hat.

Wir konnten aus Zeitgründen nicht alle Skulpturen besuchen.

Der erste Bau „Turm“ besticht durch seine Akustik, obwohl diese nicht im Vordergrund stand, sondern die Realisierung viereckiger Formate. Im Pavillion „Labyrinth“ ließen wir die unterschiedlichen Kunstwerke auf uns einwirken. Danach durchschritten wir die Grenze zur eigentlichen, parkähnlich bewaldeten Insel, genossen dort im „Graubner-Pavillion“ die Wirkung der unterschiedlichen Materialien Glas und Beton im Kreis.

Schließlich gelangten wir zur Werkstatt und den Werken des Künstlers Karl-Heinz Herzfeld, bekannt und berühmt unter dem Namen „Anatol“. Das Gelände seiner Werkstatt und seiner Kunstwerke wie z.B. „Steinringe“, „Arbeitszeit Kirche“ oder „Parlament“ sind eine Schenkung des Stifters an Anatol.

Nach diesem rund dreistündigen Rundgang stärkten wir uns in der Cafeteria (Speisen und Getränke sind im Eintrittspreis enthalten).

Näheres unter: www.inselhombroich.de

Vortrag

Reisebericht: Mit dem Postschiff in das Hochgebirge Norwegens

CF Toni Kränzle, der uns schon öfter mit seinen Vorträgen über die von ihm und seiner Bekannten Gertrud Piper erlebten Reisen hat teilnehmen lassen, zeigte in seinem heutigen Vortrag Bilder der mit dem Postschiff Nordlys der Reederei Hurtigruten von Kirkenes nach Bergen führenden Reise.

 Zu Beginn seines Vortrags gab er einen Überblick über Land, Leute und Geschichte Norwegens.

Erster Höhepunkt der Reise war der Landausflug bei bestem Wetter von Honningsvag zum Nordkap. Das Nordkap ist ein 307 Meter steil aus dem Arktischen Ozean emporragendes Plateau. Auf einem Foto vom GlobusDenkmal konnten wir sehen, dass die Reisenden tatsächlich den nördlichsten Punkt des europäischen Festlands erreicht hatten. Von hier sind es nur noch rd. 2.100 km bis zum Nordpol.

Bei der Weiterfahrt gab es eine besondere touristische Attraktion. Der Kapitän bog vom Raffsund in den an der Mündung nur 100 m breiten Trollfjord ein. Hier stehen die Felswände so eng, dass man sie fast mit den Händen greifen kann. Der Kapitän musste alle Kunst aufwenden, um das Schiff nach mehreren km Fahrt wieder zu wenden.

Wahrzeichen Tromsos, das nächste Ziel, ist die bekannte Eismeerkathedrale. Das weiße Gebäude sieht wie die Eiszacken eines Eisbergs aus, Hier gab es ein Mitternachtskonzert, bei dem die Gäste bei flackerndem Kerzenschein norwegische Volksmusik und selbstverständlich auch Edvard Grieg hörten.

Natürlich wurde auch die Inselwelt der Lofoten besucht. Schroffe Bergformationen und malerische Fischerorte ziehen die Besucher an. Hier liegen die weltweit größten Fanggründe für Kabeljau. Der berühmte Stockfisch wird nach ganz Europa, insbesondere aber nach Italien verkauft.

Trondheim war Norwegens erste Hauptstadt. Sie wurde schon um 997 vom Wikinger-König Olav Tryggvason gegründet. Hier wartete der mittelalterlichen Nidaros-Dom, die eindrucksvolle Krönungskirche der Norweger, auf die Besucher,

Die Reise endete in Bergen, der zweitgrößten Stadt Norwegens. Sie ist international geprägt, hat aber mit dem Hanseviertel Bryggen ihr historisches Erbe bewahrt. Hier stehen die ehemaligen Handelskontore der Hanse. Sie sind die bedeutendste historische Sehenswürdigkeit Bergens und als Weltkulturerbe anerkannt.

Hier endete mit der Reise auch der Vortrag.

Vortrag

Erlebnisreise durch Myan Mar

CF Hartmut Becker berichtete über seine zwölftägige Bus- und Flugreise, die er zusammen mit seiner Frau Elfie im Frühjahr 2017 unternommen hatte.                  Zunächst gab er uns einige allgemeine Informationen über das Land und seine Bewohner.

Myan Mar, früher Burma, ist etwa doppelt so groß wie Deutschland, hat ca. 60 Mio. Einwohner und gilt als das ärmste Land Südostasiens. Hier leben 152 Volksgruppen, von denen aber die drei größten mit etwa siebzig und zweimal zehn Prozent den Löwenanteil ausmachen.

Myan Mar war ein Königreich mit einer langen Geschichte, wurde aber im 19. Jahrhundert nach und nach von den Briten erobert und dem Kaiserreich Britisch-Indien zugeschlagen. Der letzte König musste1886 abdanken.

Nach dem Ende des 2. Weltkriegs und der Besetzung durch die Japaner errang das Land sehr schnell auf friedlichem Wege seine Unabhängigkeit. Ein besonderes Verdienst daran hatte General Aung San, der Vater der Friedensnobelpreisträgerin und heutigen De-fakto-Ministerpräsidentin Aung San Suu Kyi. Seit 1962 ist Myan Mar eine Militärdiktatur, seit einigen Jahren mit einer durch  freie Wahlen an die Macht gekommenen Regierung. Den größten Einfluss haben aus dem Hintergrund heraus immer noch die Generäle.

Vorherrschende Religion des Landes ist der Buddhismus.

Ausgangspunkt der Rundreise war Bangkok(Thailand). Mit dem Bus ging es nach Norden durch das goldene Dreieck, ein Hauptanbaugebiet für Schlafmohn, den Ausgangsstoff zur Herstellung von Opiaten, über Chieng-Mei (Thailand) nach Tachilek (Myan Mar), von dort weiter mit dem Flugzeug nach Herho am Inle-See.

Dieser See und die ihn umgebende Berglandschaft sind einer der touristischen Höhepunkte des Landes, was uns mit vielen sehr guten Fotos bewiesen wurde.

Im Wasser stehende Pfahlbauten dienen vielen Menschen zur Unterkunft. Sie sehen sehr malerisch aus, wie aber mögen die hygienischen Verhältnisse beschaffen sein? Auf dem See sah man sogenannte Einbeinruderer. Das sind Fischer, die am Heck ihres Bootes auf einem Bein stehen und mit dem anderen Bein ein Ruder betätigen; die Hände haben sie dann frei, um ein Angelgerät zu bedienen oder mit Fischernetzen zu hantieren.

Der See ist sehr stark mit Wasserkastanie verunkrautet. Zum Teil haben sich aus verrotteten Pflanzen schwimmende Humusschichten, die sogenannten schwimmenden Gärten, gebildet, die von den Einheimischen zum Anbau von Tomaten und anderen Gemüsen genutzt werden. Das ist sehr einträglich, denn das günstige Klima gestattet drei Ernten im Jahr.

Wie vielfach in Südostasien ist auch hier das Kauen von Betel üblich; wir sahen Bilder von einem Händler, der die Zutaten durch Einwickeln in ein Blatt zu mundgerechten Stücken formte und dem Publikum feilbot.

Eine besondere, hoffentlich bald aussterbende Kuriosität zeigten Fotos einiger „Langhals­frauen“. Das sind Damen, die mittels einer zunehmenden Zahl von um den Hals gelegten Metallringen nicht etwa diesen verlängern, sondern die Schultern herunterdrücken, was rein optisch einen besonders langen Hals vortäuscht.

Als eine weitere Besonderheit sahen wir die Herstellung von Lotosseide. Hier werden in mühsamer Handarbeit etwa einen Meter lange, sehr dünne Fasern aus Lotosstengeln herauspräpariert und zu einem Faden gesponnen. Die daraus dann gewebten Stoffe sind sehr selten und sehr teuer. Da die Fasern luftgefüllte Hohlräume enthalten, sind sie ein guter Wärmeisolator und eignen sich sehr gut zum Schutz sowohl vor Kälte als auch vor Hitze.

In einer prächtigen Pagode waren viele Standbilder zu sehen, die schon seit Jahrhunderten von den Gläubigen mit Blattgoldfolien beklebt werden, was sich sicher im Laufe der Zeit auf mehrere Kilo Gold pro Statue aufsummiert hat. Dieser verschwenderische Umgang mit Gold ist bei allen Pagoden des Landes und auch bei den Begräbnisstätten, den Stupas, zu finden. Fast die gesamte Goldproduktion von Myan Mar wird so verbraucht.

Weiter ging es mit dem Bus nach Mandalay. Die Beschaffenheit der Straßen  ist noch weit entfernt von der Qualität der thailändischen. Der Verkehr ist gering, man sieht viele exotische, nach Eigenbau aussehende Lastfahrzeuge, aber auch von einfachen Karren, die von Rindern gezogen werden. Abseits der Straße sah man gelegentlich Elefanten im Arbeitseinsatz.

Mandalay ist etwa 200 Jahre alt und wurde von den letzten Königen als Residenz- und Hauptstadt gebaut. Es gibt noch einen aus Teakholz gebauten Königspalast, der heute als Kloster dient. Sehr berühmt sind die ca. 700 Pagoden, die mit Marmortafeln ausgestattet sind, in die man buddhistische Texte eingemeißelt hat.

Bemerkenswert ist eine aus Teakholz gebaute 1200 m lange Fußgängerbrücke über den Irawaddy-Fluß, die im wesentlichen den Touristen zur Beobachtung des Sonnenuntergangs dient.

Auf diesem Fluss wurde die Reise per Schiff fortgesetzt. Das Ziel war Bagan, vor etwa 1000 Jahren Landeshauptstadt. Um 1300 wurde die Stadt von den Mongolen zerstört, heute leben hier etwa 3000 Einwohner. In der ehemaligen Innenstadt, heute unbewohnt, gibt es eine große Zahl von Pagoden und Stupas, die von einem Aussichtpunkt auf einem Tempeldach aus besonders bei Sonnenuntergang einen einmaligen Anblick bieten.

In Bagan konnte man viele Mönche in ihren charakteristischen orangefarbenen Gewändern sehen. Die Mönche leben ausschließlich von Spenden und Geschenken. Es ist eine besondere Ehre, wenn der Mönch das Geschenk annimmt. Meist sind sie hochgebildet und arbeiten als Lehrer.

Der letzte Abschnitt der Reise führte per Flugzeug von Bagan nach Rangun, die frühere Hauptstadt von Myan Mar, mit ca. 5 Mio. Einwohnern die mit Abstand größte Stadt des Landes. Auf den ersten Blick sieht Rangun aus wie jede andere Großstadt in Südostasien mit vielen modernen Hochhäusern. Es gibt aber auch noch viele Gebäude mit bis zu sechs Stockwerken, vermutlich aus der Kolonialzeit, die sich dadurch auszeichnen, dass die elektrischen Versorgungskabel in einem undurchschaubaren Gewirr außen an den Gebäuden hängen. Vermutlich wurden sie vor Einführung der Elektrizität gebaut,

Auffallend ist der für die Größe der Stadt verhältnismäßig geringe Straßenverkehr, denn Mopeds und Tuktuks sind hier verboten. Man sieht viele Fahrräder, die mit z. T. aben­teuerlichen Konstruktionen auch zum Transport größerer Lasten benutzt werden.

Mitten in der Stadt gibt es den in einem schönen Park gelegenen „Royal Lake“, in dessen Nähe man neben einem nicht ganz billigen Luxusrestaurant auch die berühmte überaus prächtige Shwedagon-Pagode findet, ein letzter Höhepunkt der Reise. Sie enthält für jeden Wochentag eine spezielle Gebetsecke, denn für den gläubigen Buddhisten ist es vorteilhaft, an der Stelle zu beten, die zu seinem Geburtswochentag passt. In dem Tempelbezirk gibt es wieder viele reich mit Gold überladene Stupas. Die prächtigste und größte Stupa soll viele Tonnen Gold enthalten, an ihrer Spitze befindet sich ein 76karätiger Diamant.

Dieser sehr interessante Vortrag wurde mit einem Foto einer A380 der Emirates Airline beendet, mit der man den Heimflug antrat.