PROBUS Club Kleve auf Wein- und Kulturreise ins Anbaugebiet „Rheinhessen“

29 Damen und Herren des PROBUS Club Kleve machten sich auf die Reise in eines der größten Weinanbaugebiete Deutschlands, nach Rheinhessen.

Wie schon zuvor war das „Günderodehaus“ erstes Etappenziel. Mit einem Glas Sekt in der Hand und einem wundervollen Blick über den Rhein bei Oberwesel kam die richtige Reise-Stimmung auf.

Ankerpunkt der Reise war das „Best Western-Hotel“ in Nierstein. Nach dem Bezug der Zimmer ging es gleich los nach Stadecken-Elsheim ins Weingut Posthof der Familie Doll&Göth. Hier wurde neben der Weinprobe ein mediterranes Mehrgangmenü gereicht.

Der zweite Tag war zunächst der Kultur gewidmet. In Oppenheim wurde die über die Grenzen hinaus bekannte gothische Kathedrale St. Katharinen besucht. Eigens für den PROBUS Club stellte der Propstkantor Ralf Bibiela seine bedeutende Woehl-Orgel in einem Konzert vor. Anschließend wurde die Gruppe in die Geheimnisse dieser imposanten Kirche mit ihren wunderschönen Fenstern eingewiesen.

Am Nachmittag lockte dann in Guntersblum die zweite Weinprobe im Weingut Reineck-Baltz. Das gemeinsame Abendessen wurde dann im Hotel eingenommen.

Der dritte und letzte Tag führte dann zunächst nach Ingelheim ins Schloss Westerhaus wo Johannes und Yvonne Graf von Schönburg-Glauchau ihre VDP-Weine vorstellten. Ein Rundgang durchs Schloss mit seinem Weinkeller vertiefte das besondere Weinerlebnis. Hiernach setzte dann erstmalig Regen ein, wohl ein Zeichen, dass der Abschied nahte. Wohlbehalten kehrte der PROBUS Club nach Hause und verblieb im Einvernehmen, bald wieder eine durch PF Klaus Brennecke so hervorragend organisierte Weinreise durchführen zu wollen.

Über den Dächern von Oberwesel mit Blick auf den Rhein.

Ein Glas Sekt zur Begrüßung und zur Einstimmung

Das Günderodehaus

Reiseleiter PF Klaus Brennecke hatte mal wieder alles stimmig geplant.

Unter dem Kastanienbaum

Das BestWestern in Nierstein war unser Refugium

Erste Weinprobe im Weingut Posthof

mediterranes Menü bei passendem Ambiente

St. Katharinen in Oppenheim, eine der bedeutendsten gotischen Kathedralen

4 Baustile lassen sich leicht unterscheiden

Der renommierte Marburger Orgelbauer Gerald Woehl hat die imposante Orgel hergestellt

eins von vielen schönen Fenstern

unser Kirchenführer sprudelte nur so von Informationen rund um die Kirche und nahm uns ausnahmslos in seinen Bann

zum Zweiten: Weingut Reineck-Baltz

die Weinprobe wurde von der sehr engagierten Hausherrin, unterstützt von ihrem Sohn durchgeführt

Johannes Graf von Schönburg-Glauchau, unterstützt von der charmanten Gräfin Yvonne, stellt seine VDP-Weine vor

alte Keller und neue Tropfen

ein wenig Baugeschichte muss sein

rustikale Vesper war angesagt

PROBUS Club Kleve hat einen neuen „alten“ Präsidenten

Nach Ablauf des rotarischen Jahres 2018/19 fand die turnusmäßige Jahreshauptversammlung mit Vorstandswahlen statt. Der scheidende Präsident, Dr. Dietmar Viertel, führte in seinem Jahresbericht nochmals die Höhepunkte aus dem Vereinsleben auf, wobei die Chartafeier zum 20jährigen Bestehen im Dezember 2018 sicherlich aus der Masse der vielen gelungenen Veranstaltungen herausragte. Leider hatte der Verein auch den Tod dreier Mitglieder zu betrauern. Noch-Präsident Viertel bedankte sich bei seinem Vorstand für die geleistete Arbeit und übergab die Vereinsführung in die Hände des neuen Präsidenten, Rolph Barents. Dieser hatte bereits 2016 das Amt inne und kann somit auf seine Erfahrungen aufbauen. Der Vorstand wurde in seinem Amt bestätigt und kann somit die Vereinsarbeit bruchfrei fortsetzen. Die anschließende Ämterübergabe fand im Rahmen eines festlichen Abendessens statt, zudem auch die Präsidenten der befreundeten Nachbarclubs eingeladen waren.

Rolph Barents (re.) neuer Präsident des PROBUS Club Kleve löste Dr. Dietmar Viertel (li.) ab. Die Ämterübergabe fand bei hochsommerlichen Temperaturen im Landhaus Beckmann (dem Clubheim) in Kalkar statt.

Exkursion

Tages-Exkursion ins Ahrtal und nach Rolandseck

Unser erstes Ziel war der Regierungsbunker in Ahrweiler. Da man wegen der engen Zufahrt nicht mit dem Bus dorthin gelangen kann. muss man auf Taxen umsteigen, die uns auf den Berg zum Eingang des Bunkers brachten. Dort wurden wir von unseren beiden Führern in Empfang genommen, die uns in zwei Gruppen durch das von dem Bunker übriggebliebene Museum begleiteten. Der Führer unserer Gruppe, Herr Jahr, erläuterte uns dabei kenntnisreich und mit Humor die Geschichte des Bauwerks von seinen Anfängen bis zur Gegenwart:

Der Bunker – im Amtsdeutsch „Ausweichsitz der Verfassungsorgane des Bundes (AdVB) im Krisen- und Verteidigungsfall“ entstand unter großer Geheimhaltung in den Jahren 1960 bis 1972 in zwei von fünf Anfang des 20. Jahrhunderts gebauten Tunneln der nie fertiggestellten strategischen Bahnstrecke von der Ahrtalbahn zum strategischen Bahndamm nach Neuss (Teilstrecke Liblar – Rech). Er sollte der deutschen Bundesregierung und den anderen Verfassungsorganen (Bundespräsident, Präsident des Bundesverfassungsgerichts, Bundestag, Bundesrat), als Ausweichsitz und unterirdische Führungsanlage im Kriegsfall dienen. Die Anlage war weitgehend autark in der Versorgung mit elektrischer Energie, Frischluft und Trinkwasser und sollte sogar einem Angriff mit atomaren Waffen standhalten. Sie besaß eine nutzbare Stollenlänge von ca. 17,3 km , um einer sog Notverwaltung des Bundes mit insgesamt 3.000 Mitarbeitern ein Ausharren von mindestens 30 Tagen zu ermöglichen Die Haupteingänge konnten mit rollbaren MAN-Toren aus Stahl und Beton mit einem Gewicht von jeweils 25 Tonnen verschlossen werden. Unter anderem wurden 897 Büro- und 936 Schlafräume eingerichtet. Zur Abtrennung dieser Räume gab es in dem Komplex insgesamt 25.000 Türen, und selbst an einen unterirdischen Friseursalon war gedacht worden. Die Kosten für das Bauwerk werden auf rd. 3 Mrd. DM geschätzt. Heute weiß man, dass es vielleicht einer entfernt niedergehenden Atombombe vom Typ Nagasaki, keinesfalls aber einer der später entwickelten stärkeren Atombomben widerstanden hätte.

Nach Ende des Kalten Krieges wurde die Anlage aus Kostengründen Ende der 1990er Jahre stillgelegt. Heute ist von dem teuersten Bauwerk der Bundesrepublik nur noch ein kleines Bunkerstück von 203 Meter Länge erhalten, das in das Museum „Dokumentationsstätte Regierungsbunker“ (Weltkulturerbe) umfunktioniert wurde.

Wir bewunderten bei der Führung vor allem die schweren, rollbaren Stahlbetontore und interessierten uns für die Schlafräume, durchweg winzige 4-Bett-Zimmer. Nur der Bundespräsident und der Bundeskanzler hatten Einzelzimmer mit je einem kleinen Bett und Toilette: der Bundespräsident mit Badewanne, der Bundeskanzler mit Dusche. Der Aufenthalt der Ehefrauen im Bunker im Katastrophenfall war nicht vorgesehen.

Nach dem Mittagessen besuchten wir den Bahnhof Rolandseck mit dem Arp-Museum. Der Museums-Neubau des US-amerikanischen Architekten Richard Meier oberhalb des Bahnhofes wurde am 29. September 2007 im Beisein von Bundeskanzlerin Angela Merkel eingeweiht. Neubau und historisches Bahnhofsgebäude sind durch einen Tunnel und einen Aufzug miteinander verbunden. Dieser Tunnel ist ein nachgebauter Eisenbahntunnel Er wird durch eine 17 m lange Neon-Leuchtspirale von Barbara Trautmann (Kaa, benannt nach der Schlange im Dschungelbuch) beleuchtet. Für die gesamte Baumaßnahme wurden 33 Mio. Euro veranschlagt, von denen 14,3 Millionen Euro aus Ausgleichsmitteln des Berlin/Bonn-Gesetzes (Vereinbarung über die Ausgleichsmaßnahmen für die Region Bonn) zur Verfügung gestellt wurden, die andere Hälfte stammt vom Land Rheinland-Pfalz,

Das Museum zeigt zur Zeit eine Ausstellung von Otto Piene, Mitbegründer der Zero-Bewegung 1958 in Düsseldorf (Zero = von 0 ausgehender Neubeginn in der Kunst). Frau Becks, unsere Führerin, brachte uns den Künstler näher, der das Licht als Grundbedingung aller Sichtbarkeit in den Mittelpunkt seines Schaffens stellt. Markantes Beispiel: Das Lichtballett in einem dunklen Nebenraum, bei dem Licht durch sich drehende gelochte Scheiben fällt und an der Decke und den Wänden des Raumes tanzt.

Wo Licht ist, ist auch Dunkelheit. Ein offenes Feuer erzeugt Rauch. Dieser lässt sich auf dem Papier als Partikel festhalten. So entstehen Rauchbilder in Wellenform oder in Kreisen. Vom Rauch zum Feuer ist nur ein kleiner Schritt. Durch Anzünden des auf der Leinwand dick aufgetragenen Lacks entstehen Feuerbilder. Die Ausstellung zeigte mehrere markante Beispiele für diese von Piene entwickelten Techniken. Darüber hinaus sind in der Ausstellung einige ausgewählte Arbeiten von Luis Fontana zu sehen, dessen Arbeiten Piene zu seinem radikal neuen Umgang mit den Materialien und der Verwendung von Rastersieben angeregt hatten.

Der Museumsbesuch endete bei Kaffee und Kuchen im Museumscafé. Dieses befindet sich im restaurierten ehemaligen Festsaal des Bahnhofs (Mitte 19. Jh.) mit Stuckdecken, großen Kristalllüstern und Außenterrasse mit Blick auf den Rhein und das Siebengebirge mit dem Drachenfels.

Lohnend war auch der Besuch der Bahnhofstoiletten. Der britische Künstler Stephen McKenna hat das damals völlig heruntergekommene Bahnhofsklo 1972 als Dank für Kost und Logis im „Künstlerbahnhof“ mit Szenen aus dem früheren Bahnhofsleben und Bildzitaten aus der Kunstgeschichte bunt ausgemalt.

Dann ging es mit dem Bus zurück nach Hause.

PROBUS Club spendet an KleverKinderNetzwerk (KKN)

Traditionell in der Osterzeit spendet der PROBUS Club Kleve an eine soziale Einrichtung der Region. Über das Jahr hinaus werden Vorschläge aufgenommen, die dann in einer Vorstandssitzung bewertet werden. Schnell war klar, dass das Klever Kinder Netzwerk die Spende 2019 erhalten soll. Prof. Dr. Stefan Schuster hatte im Januar in einem ergreifenden Vortrag über Kinder-Armut im Kreis Kleve berichtet. Schuster, 1.Vorsitzender des KKN, stellte sachlich die teilweise erschütternden Fakten dar. Sein Fazit: „Kinderarmut ist in Deutschland ein Dauerzustand“! Hier muss geholfen werden! Das KKN hatte sich im Jahr 2011 gegründet, um unmittelbare sozialpädagogische und wirtschaftliche Unterstützung bei Kindern und Jugendlichen zu leisten, gerade da, wo aus formalen Gründen der Staat nicht oder nur unzureichend helfen kann. Die Unterstützungsleistung geschieht als Einzelfallhilfe, das macht in etwa 58% der Fälle aus oder wird in Form von Projekten an den Mann/das Kind gebracht. Bei den Einzelfallhilfen werden Dinge des täglichen Lebens beschafft oder es wird bei der Beschaffung unterstützt. Dies kann der Kauf von Betten, Matratzen, Schreibtischen, Kleiderschränken, Kleidung, Schulmaterialien sein. Auch Zuschüsse für Klassenfahrten und Ferienfreizeiten werden gegeben. Ein besonderes Projekt des KKN ist „Zeit schenken“. In diesem Projekt stellen sich Begleiter für einen Ausflug zur Verfügung und helfen beim Tagesablauf, wenn z.B. die alleinerziehende Mutter überfordert ist. Es gibt viele Möglichkeiten zu helfen und das KKN ist dankbar für jede Unterstützung. „Wir machen Kinder stark. Machen Sie mit“, lautet somit auch das Motto des KKN. „Die Situation der Kinder im Kreis Kleve hat uns im PROBUS Club betroffen gemacht, und wir helfen gerne“, betonte Präsident Dr. Dietmar Viertel bei der Übergabe des Schecks.

Dr. Dietmar Viertel, Präsident 2018/19, begleitet von Past-Präsident Mike Urban und Schatzmeister Rolf Hagedorn übergeben die Spende an Prof.Dr. Stefan Schuster (mi.) 1.Vorsitzender des KKN und Wilhelm Quartier (li.).

Präsident Dr. Dietmar Viertel im Gespräch mit den Spendenempfängern

Das Motto des KKN

Vortrag

Vortrag am 05.03.2019: Künstliche Ernährung – Segen oder Fluch

Der Referent des heutigen Abends, Dr. Erhard Waldhausen, war 30 Jahre lang bis 2005 Chefarzt für Anästhesie und Intensivmedizin am Johanna-Etienne-Kranken-haus in Neuss.

In seinem Vortrag demonstrierte er an ausgewählten Fällen aus der Praxis in drastischer Weise die Gefahren der künstlichen Ernährung. Er meinte: „Die künstliche Ernährung“ sei zahlenmäßig die größte Tragödie der Medizingeschichte. Wir hätten früher die künstliche Ernährung für eine Selbstverständlichkeit gehalten. Die Intensivstation sei damals von Ärzten, Schwestern und Pflegern als „Hölle auf Erden“ empfunden worden, weil trotz aller Bemühungen aus unerklärlichen Gründen Koma und Muskellähmungen entstanden, sodass eine apparative Beatmung erforderlich wurde und Patienten am sogenannten Multiorganversagen mit den Zeichen für eine Sepsis (bakterielle Blutvergiftung) verstarben oder nicht vom Beatmungsapparat abtrainiert werden konnten

Ihm wurde damals bewusst; Glukose sei normalerweise ein Hauptbrennstoff. Aber in Nahrungsmangel und schweren Erkrankungen stelle sich der Organismus auf Verbrennung von Fett und Eiweiß aus der eigenen Substanz um. Die Glukose aus der künstlichen Ernährung werde nicht normal verbrannt, sondern könne das Zuckerkoma mit Schäden an Nerven, Muskeln und allen Organen verursachen.

Schlussfolgerung: Bei drei Prozent der künstlich ernährten Patienten seien Koma und Muskellähmungen entstanden. Nach Absetzen der künstlichen Ernährung hätten die Patienten sich wieder erholt. Seitdem die Ernährung nach Operationen und schweren Erkrankungen auf das Essen von Fleischbrühe und Zwieback nach „Appetit“ umgestellt worden sei, seien die typischen Effekte der glukosehaltigen künstlichen Ernährung nicht mehr entstanden.

Schon vor einhundert Jahren habe man gewusst: Ohne Essen – nur mit Trinken von Wasser – überlebten Menschen 30 Tage ohne erkennbare Schäden. Seit Menschen-gedenken seien Rinderbrühe und Hühnersuppe als Krankennahrung bekannt. Fleischbrühe enthalte das Gleiche, was der Organismus sich in Nahrungsmangel und Erkrankung als Brennstoff aus der eigenen Substanz hole: Fett und leicht lösliches Eiweiß.

Abschließender Rat: In einer Patientenverfügung und in einer Vorsorgevollmacht solle jegliche künstliche Ernährung bei akuten Erkrankungen in Krankenhäusern wegen nicht vorhersehbarer lebensbedrohlicher Effekte ausgeschlossen werden.

Auf die ethischen und rechtlichen Aspekte der künstlichen Ernährung bei alten oder dementen Personen ging der Vortrag nicht ein. Sie wurden in der anschließenden lebhaften Diskussion gestreift. Ein menschenwürdiges Leben beinhaltet auch die Annahme des Sterbens. Diese Haltung muss der Arzt respektieren. Er darf deshalb bei Sterbenden ohne Einwilligung des Patienten keine lebensverlängernden Maßnahmen treffen. Das Legen einer Magensonde bei Sterbenden ist eine lebensverlängernde Maßnahme. Liegt eine Patientenverfügung vor, in dem der Patient solche Maßnahmen ablehnt, muss der Arzt den Wunsch des Patienten zu sterben akzeptieren.

Die Anwesenden dankten dem Referenten mit einem lebhaften Beifall für diesen interessanten Vortrag.

 

Vortrag

Foto-Vortrag „Auf Schusters Rappen über die Alpen“

Clubfreund Adolf von Chrzanowski hat in seiner neuen Schau „Auf Schusters Rappen durch die Alpen.“ seine Erlebnisse und Eindrücke auf den Wanderungen in eindrucksvollen Bildern und Erzählungen mit Musikuntermalung geschildert.

Seit Goethes Italienischer Reise oder schon früher seit Hannibal 218 vor Chr. mit seinem ganzen Heer mit Elefanten über die Alpen zog ist die Alpendurchquerung ein Mythos. Auch Adolf war dem Zauber erlegen. Er machte sich gleich dreimal auf den Weg:

  • 1992 mit seiner Frau Ulla in einer geführten Wandergruppe von Oberstdorf nach Meran
  • 2002 mit einem Freund auf derselben Route und
  • 2018 im letzten Sommer mit seinem Sohn Oliver von Tegernsee nach Sterzing.

Die erste Schau dokumentiert die Reise im Jahr 2018 mit seinem Sohn. Die erste Etappe beginnt gleichsam gemütlich am Tegernsee und erlaubt neben einer Bootsfahrt sogar noch den Besuch des Bräustüberls. Dann geht es mäßig ansteigend nach Wildbad Kreuth. Das nächste Ziel ist Achenkirch. Auf dem Wege dorthin gibt es traumhafte Ausblicke. Man sieht ein Panorama von der Ebene nördlich des Tegernsees bis zu den Zillertaler Alpen. Von Achenkirch geht es auf einem  teilweise mit Stufen und Handläufen ausgebauten Steig zur Gaisalm am Achensee, der einzigen Alm Tirols, die man nur zu Fuß oder mit dem Schiff erreicht. Das eröffnete die Möglichkeit, per Schiff nach Maurach am südlichen Ende des Achensees zu fahren. Mit dem Bus und der Zillertalbahn geht es von dort nach Fügen und mit einer Bergbahn über die Baumgrenze aufs Spieljoch. Es eröffnen sich majestätische Ausblicke auf die umliegende Bergwelt des Zillertals, auf das Karwendel, auf das Rofangebirge und sogar bis hin zum Wilden Kaiser. Die nächste Etappe führt dann von Hochfügen, durch historische Almdörfer, zur Rastkogelhütte und von dort zum Melchboden an der Zillertaler Höhenstraße. Von dort geht es mit dem Bus nach Mayrhofen. Hier beginnt die vorletzte Etappe mit einer Busfahrt zum Schlegeis-Speichersee auf 1800 m Höhe. Dann beginnt der Anstieg zum Fitscherjoch, wo in 2.275 m Höhe die italienische Grenze überschritten wird. Nach der Rast auf dem Fitscherjochhaus wird es anstrengend. Denn nun folgt ein Abstieg von 800 m nach St. Jakob, das auf 1.449 m Höhe liegt Dort konnten sich die Wanderer allerdings auf dem örtlichen Feuerwehrfest erholen. Der Rest am nächsten Tag war vergleichsweise einfach. Zwischen St. Jakob und Sterzing liegen nur noch 20 km, aber immerhin fast 600 m Höhenunterschied.

Der zweite Film dokumentierte die 9-tägige Reise von Oberstdorf nach Meran, die Adolf mit seinem Freund Horst Lindemann 2002 unternommen hatte. Bunte Blumenwiesen und Grasberge in den Allgäuer Alpen, faszinierende Rundblicke auf die markanten Felszacken in den „Lechtalern“, die endlosen Gletscher und Bergriesen im Ötztal und schließlich das südliche Klima Merans machen diese Wanderung so reizvoll und beliebt. Zusätzliche Highlights: die Besichtigung der Ötzi-Fundstelle und der Aufstieg auf den 3.606 m hohen Similaun über den Similaun-Gletscher.

Es war wieder eine tolle Bilderschau. Die Zuschauer waren begeistert und dankten mit einem kräftigen Applaus.

Charterfeier 20 Jahre PROBUS Club Kleve

PROBUS Präsident 2018/19 Dr. Dietmar Viertel konnte hoch erfreut neben den Mitgliedern, auch die PräsidentenInnen der benachbarten Clubs zur Charterfeier begrüßen. Sein besonderer Willkommensgruß galt dem Governor im Distrikt 1870 im rotarischen Jahr 1995/96, Dr. Eugen Schmülling. „Sie sind der eigentliche Vater des PROBUS Clubs Kleve, denn Sie haben damals die Anregung ausgesprochen, in Emmerich und Kleve PROBUS Clubs zu gründen“, stellte Dr. Viertel fest. Ein weiterer Zeitzeuge aus der Gründungszeit war Peter von Groddeck, der dann auch gerne die Aufgabe übernommen hatte, von den ersten Sitzungen zu berichten, die im Ergebnis zur Gründung führten. Die in einer sehr lebhaften Form dargebotenen Informationen waren für die Mehrzahl der Gäste neu und erhellend. Für die anwesenden Nachbarclubs hatte Prof. Dr. Christoph Braun das Wort ergriffen und bedankte sich für die freundliche Einladung. Prof. Braun verließ spontan sein vorbereitetes Redemanuskript, um seine ganz persönlichen, unmittelbaren Wahrnehmungen in Worte zu fassen. Er sei sehr angetan von der Warmherzigkeit der Menschen und den vielen verbindenden Elementen. Allein dies soll Ansporn sein, uns zukünftig besser zu vernetzen. Hierbei hob er die vielen Gemeinsamkeiten von PROBUS und ROTARY heraus. Zusammen mit der Jugendorganisation ROTARACT sei man doch eine Familie. Die Redebeiträge wurden verbunden durch Musikstücke, die das Quintett der Mandolinenfreunde 1923 Goch zur Begeisterung der Gäste vortrug.

Abgerundet wurden diese feierlichen Regularien durch die formelle Aufnahme des neuen Clubmitglieds Bernd-Erhard Kummelt und seiner Gattin Renate.

Die Überleitung zum Festessen lieferte die Programmwartin des Clubs Frau Dr. Ursula Möhrer. Sie fasste in ihrem Beitrag humorvolle Gedanken zum Club zusammen unter der Überschrift „Senioren First“. Anders als der Titel es vermuten lässt, waren ihre Mimik, Gestik und sprachliche Gewandtheit in Reimform bestens geeignet, die PROBUS-Welt zu charakterisieren. Das Landhaus Beckmann, Domizil des PROBUS Clubs Kleve, bot in der von den PROBUS Damen festlich geschmückten Klompenkamer ein adventliches Buffet. Mit dem Singen der PROBUS Hymne wurde der Festakt formell beendet.

Präsident 2018/19 Dr. Dietmar Viertel begrüßt die zahlreich erschienenen Gäste

Prof. Dr. Christoph Braun, Präsident Rotary Club Kleve richtet im Namen der Nachbar Clubs sein Grußwort an die Gäste

Peter von Groddeck, RC Kleve Schloß Moyland berichtet von den Tagen der Gründung

Bernd Kummelt wird neu in den Club aufgenommen

Programmwartin Dr. Ursula Möhrer beschreibt das PROBUS Leben mit humorvollen Worten

Dr. Eugen Schmülling, Governor Distrikt 1870, 1995/96 regte die Gründung des Clubs an.

Vortrag

Martinsabend des PROBUS Club Kaarst am 06.11.2018

Wir trafen uns wie üblich in „Johnens Tenne“ zum traditionellen Martinsessen mit Sektempfang, Kürbissuppe, Martinsgans und Bratapfel.

Präsident Toni Kränzle begrüßte die Anwesenden und die Gäste. In seiner Ansprache zum Festabend erinnerte er an den heiligen Martin und stellte ihn als Mann der Tat vor: Ein Mensch der handelt und hilft. Er sieht die Not des Bettlers und zögert nicht, seinen Mantel mit ihm zu teilen. Dabei war Martin ein bescheidener Mann. Als er Bischof werden sollte lehnte er aus Bescheidenheit und Respekt vor dem hohen Amt ab und versteckte sich. Nach der Legende wurde er durch das Geschnatter der Gänse verraten, die den Verrat am Martinsabend in der Pfanne mit dem Leben bezahlen müssen.

Danach gedachten die Anwesenden der verstorbenen Clubfreundinnen und  -freunde. Dazu hatte Ottmar eine Powerpoint Präsentation vorbereitet, die an jeden von ihnen mit seinem Todestag erinnerte. Toni betonte; „Die Erinnerung ist eine Blume die nie verwelkt, solange man sie pflegt.“ Der Club wird auch in Zukunft die Erinnerung an die Verstorbenen bewahren.

Inzwischen konnte Präsident Toni den Vortragenden des heutigen Abends, Herrn Frank Ingerfurth, mit seiner Frau Dr. Kerstin Kossik begrüßen. Frank Ingerfurth ist Mitbegründer und Pastpräsident des Rotary Clubs Wörthsee. Er stellte uns in seiner halbstündigen Powerpoint-Präsentation „Aids-Waisen im Swasiland“ das zentrale Projekt seines Clubs vor. Dieser unterstützt seit seiner Gründung in 2010 zusammen mit dem Hand-in-Hand e.V. und der Thomas-Engel-Stiftung, die sämtliche in dem Projekt anfallenden Verwaltungskosten trägt, die AIDS-Waisen in Swasiland. Swasiland ist ein Binnenstaat im südlichen Afrika und liegt zwischen Süd-Afrika und Mosambik. Es ist eine absolute Monarchie ohne politische Parteien, hat aber inzwischen eine Verfassung und ein Parlament mit 65 individuell agierenden Abgeordneten, von denen 10 durch den König selbst bestimmt werden. Es herrscht Polygamie. König Mswati III. setzt mit 13 Ehefrauen die Tradition seines Vaters fort, der noch 120 Frauen hatte. Beim Fest Umhlanga („Schilftanz“) Ende August / Anfang September tanzen rund 20.000 ledige, kinderlose junge Frauen für den König, der sich von ihnen eine aussuchen und zur Frau nehmen kann. Swasiland ist sehr arm. 40% des Bruttoinlandsprodukts gehen auf die Coca Cola Company zurück, die dort ihr afrikanisches Hauptquartier hat und Getränke-Konzentrat für ganz Afrika herstellt. Die Arbeitslosenquote beträgt 40,6 %, von den Jugendlichen ist über die Hälfte arbeitslos.

Swasiland verzeichnet mit seinen gerade einmal 1,2 Million Einwohnern die welthöchste Aidsrate. Obwohl das Land recht fruchtbar ist, ist mehr als die Hälfte der Menschen auf Lebensmittel-Hilfe angewiesen. Das Durchschnittsalter beträgt gerade einmal 32 Jahre. Derzeit gibt es schätzungsweise 120.000 Aids-Waisen. Gerade auf dem Lande hat das HIV-Virus fast eine ganze Generation hinweg-gerafft. Zurück bleiben die Alten. Leidtragende sind die vielen Kinder.

Ihnen versuchen der Rotary Club und die mit ihm zusammenarbeitenden Organisationen so gut wie möglich zu helfen. Die AIDS-Waisenkinder und Kinder aus sehr armen Familien erhalten mit der Errichtung und dem Betrieb von Gemeindehäusern durch die Dorfgemeinschaft selbst (sogenannten neighbour-hood care points = NCPs) einen Anlaufpunkt zur Verpflegung, Betreuung und schulischen Unterweisung. Die Kosten für die Errichtung eines NCPs liegen bei ca. 6.000,00 €. Dieser Betrag deckt die Kosten für das Material und eine Fachkraft. Unter Anleitung dieser Fachkraft baut die Dorfgemeinschaft das NCP selbst, was die Wertschätzung des Gebäudes entscheidend erhöht. Daneben wird die Not besonders bedürftiger Familien durch direkte Unterstützung mit dem Bau eines kleinen Hauses und der Versorgung durch Grundnahrungsmittel gelindert. Der Bau eines einfachen Einraumhauses kostet 1.800,00 €, die Kosten für ein Zweiraumhaus belaufen sich auf 3.600,00 €.

Zur finanziellen Unterstützung der AIDS-Waisen verkauft der Rotary Club Wörthsee in Swasiland in Handarbeit hergestellte Sparschweine zum Preis von 10,00 €. Die Schweine werden aus Zeitungspapier gefertigt, das zu Pappmaschee verarbeitet wird. Daraus werden die Tiere hergestellt und anschließend kunterbunt bemalt. Um an das gesparte Geld zu kommen, muss das Schwein geschlachtet werden. Der Referent ist schon oft gefragt worden: „Warum haben die Schweine unten kein Loch?“ Die schönste Antwort: Mit jedem Sparschwein wird ein Traum verwirklicht! Jeder neue Traum braucht auch ein neues Sparschwein!

Frank Ingerfurth hatte uns einen Sack voll Sparschweine, aber auch andere Tiere wie Elefanten, Mäuse und Giraffen mitgebracht und auf den Tischen verteilt. Wer etwas für das Projekt spendete, konnte ein Schwein mit nach Hause nehmen. Dieser Anreiz wirkte. Unser Schatzmeister Günther Schroeder, der zusammen mit dem Clubmeister Hartmut Becker die Spenden einsammelte, gab bekannt, dass mehr als sonst, nämlich über 900 € zusammengekommen waren. Sie wurden aus der Clubkasse aufgerundet, so dass unser Präsident an Frank Ingerfurth 1.200 € überreichen bzw. überweisen konnte. Dieser bedankte sich herzlich für die Gelegenheit, das Aids-Waisenprojekt zu präsentieren und die großzügige Unterstützung, die es durch uns erfahren hat.

Es war ein gelungener Abend.

Herbstliche Reise in Sauerland

Montag, 15.10.2018
Pünktlich um 08:30 Uhr fuhren wir in Kaarst mit dem Bus ab. Mit leichter Verspätung trafen wir um 11:00 Uhr an der Möhne-Talsperre ein. Dort begingen wir die Staumauer bis zur Mitte, ließen uns von Präsident Toni die Geschichte und Bedeutung der Talsperre erklären und nahmen am Pegel den sehr niedrigen Wasserstand zur Kenntnis.
Nach einer halben Stunde ging es weiter in Richtung Winterberg. Kurz vor der Stadt besuchten wir mit einem kurzen Fußmarsch vom Parkplatz aus die Ruhrquelle, an der wir allerdings wegen der seit Monaten anhaltenden Trockenheit nur mühsam eine geringfügige Wasserbewegung in einer kleinen Lache feststellen konnten.
Eine kurze Fahrt brachte uns in das Stadtzentrum von Winterberg, wo wir unsere Mittagspause mit Kaffee und Gebäck verbrachten.
Nach wiederum kurzer Busfahrt erreichten wir gegen 14:30 Uhr den Kahlen Asten, wo uns bereits der vorbestellte Diplom-Geologe Pape erwartete, den wir für eine Führung engagiert hatten. An einem Aussichtspunkt erhielten wir einige grundsätzliche Erklärungen zum Kahlen Asten: Nachdem in früherer Zeit durch „Plaggen“ (Abtragen der Humusschicht) der Boden so nährstoffarm gemacht wor¬den war, dass im Wesentlichen nur noch Heidelbeeren, Preiselbeeren und Heidepflanzen dort gedei¬hen konnten, hält man jetzt den Bewuchs bewusst niedrig, damit keine größeren Pflanzen den Kahlen Asten überwuchern können. Dies wird vor allem durch Schafe bewirkt, die man dort weiden lässt.
Danach ging es zur Wetterstation, die zu den wichtigsten in Deutschland gehört. Während bisher dort sehs Mitarbeiter mit Aufnahme und Weiterleitung der Messungen tätig gewesen waren, wird dies alles seit diesem Jahr vollautomatisch durchgeführt. Herr Pape erklärte uns die zahlreichen dort aufgestellten Vorrichtungen. Diese dienen z.B. zur Messung der Temperatur in 2 m Höhe (Normalmessung) und am Boden, der Windstärke, des Niederschlags, der Raureifbildung an einer Stange, der Schneehöhe durch Laserstrahl auf eine Metallplatte im Boden usw. Alle diese Werte werden gespeichert und sind für die vorgesehenen Stellen abrufbar.
Wer wollte, konnte anschließend den Astenturm besteigen. Nach Bewältigung von 80 Stufen durften wir den durch das schöne Sonnenwetter ermöglichten Panoramablick genießen. Herr Pape gab dazu eine Reihe von Erklärungen. Wir sahen Winterberg und Altastenberg mit der (trockenen) Lennequelle, der höchsten Quelle in NRW, sowie den Langenberg, der als wenig bekannter höchster Berg in NRW den Kahlen Asten noch um 2 m übertrifft.
Abschließend begleitete Herr Pape uns noch in die Ausstellung im Astenturm, wo wir er uns einige Info-Tafeln erklärte, insbes. zur Temperaturentwicklung der letzten 120 Jahre und nochmals zu technischen Messvorgängen.
Danach ging es zurück zum Bus, der uns auf kurvigen Straßen nach Schmallenberg brachte. Gegen 16:30 Uhr erreichten wir das Hotel Stoffels, wo wir eincheckten und die nach allgemeiner Meinung sehr ansprechenden Zimmer bezogen.
Nach einer Pause begaben wir uns zu dem vom Hotel auf unseren Wunsch bestellten Stadtführer, dem pensionierten Leiter des städtischen Bauamts, Herrn Voss. Auf dem Paul-Falke-Platz vor der Stadthalle erklärte uns dieser zunächst anhand einer Bronzesäule die Bedeutung von Paul Falke als Firmengründer und Bürgermeister. Danach gab es ausführliche Hinweise zur Geschichte und Entwicklung der Stadt, die 1244 vom Kölner Erzbischof Konrad von Hochstaden gegründet und lange Zeit von den Kölner Erzbischöfen beherrscht worden ist. Nach dem vierten Stadtbrand im Jahr 1822 wurde die Stadt völlig neu aufgebaut: Anstelle der bisher ovalen Form entstand sie nunmehr in Form einer Leiter mit zwei Achsen und mehreren Quersprossen.
Während eines ausgiebigen Rundgangs erfuhren wir, dass die Stadt recht wohlhabend und beinahe schuldenfrei ist. Dies zeigt sich den in, in den den letzten Jahren hochwertig umgestalteten Wegen und Plätzen und vor allem an den Gebäuden. Wir erfuhren, dass die Stadt bei allen neu- oder umgebauten Gebäuden dafür sorgt, dass diese mit 5 Achsen errichtet werden: eine Mittelachse mit Treppenzugang und an beiden Seiten zwei Seitenachsen. Außerdem stehen vor vielen Häusern je zwei Bäume, symmetrisch angeordnet.
Weitere Sehenswürdigkeiten waren insbesondere:
• das aus einer schlichten Fabrikhalle der Firma Sophie Stecker entstandenen aufwendigen Gebäuden mit Wohn- und Geschäftsräumen
• die Sparkasse mit den Skulpturen „Sparer und Verschwender“
• der übergroß dargestellte Schmallenberger Pfennig (früher allgemein gültiges Zahlungsmittel)
• Skulptur und Tafel des Floigenkaspars, der verschiedene Flugversuche unternommen hatte
• mehrere Skulpturen aus jüngerer Zeit, insbesondere zwei Schutzengel vor dem Pfarrhaus.
Abschließend gab es noch einige grundlegende Informationen:
Schmallenberg ist flächenmäßig die zweitgrößte Stadt in NRW. Die Stadt lebt von der Firma Falke als Arbeitgeber und vom Fremdenverkehr. Insgesamt 9 der 83 (!) Ortsteile sind als Bundesgolddörfer ausgezeichnet worden.

Dienstag 16.09.2018
Nach dem Frühstück im Hotel Stoffels startet der Bus zur 460 m entfernten
Strumpffabrik Falke.
Am Verwaltungsgebäude empfängt uns um 10 Uhr der ehemalige Obermeister Tillmann (75), der bereits seit 57 Jahren für das Unternehmen weltweit tätig war und als Rentner immer noch ist. Er beginnt mit einer Einführung.
Falke verdankt seine Gründung der Tatsache, dass Dachdecker im Winter arbeitslos waren. So musste sich Franz Falke-Rohnen in der kalten Jahreszeit seinen Lebensunterhalt in Strickereien verdienen und lernte so für seine Zukunft. Er machte sich 1895 in Schmallenberg selbständig und ahnte sicher nicht, dass seine Urenkel einmal mit über 3000 Mitarbeitern weltweit und auch in Ländern, tätig sein würden, deren Namen er vermutlich noch nicht einmal kannte.
Da man durch geschickte Produktions-Verlagerungen (beginnend 1974) ins Ausland Lohnkosten senken konnte, ist es gelungen, große Teile der Fertigung, besonders der hochwertigen Produkte, in Deutschland zu erhalten.
Seit 1958 werden Socken gefertigt. Neben diesem Hauptgeschäft, ist man noch mit funktionaler Sportkleidung auf dem Markt.
Der Rundgang beginnt im Stricksaal für Socken.
Zunächst wird die Technologie der Sockenfertigung an 70 Jahren alten Maschinen demonstriert.
Hunderte kreisförmig angeordnete „Häkelnadeln“ erfassen den pneumatisch eingeschossenen Faden, bilden Maschen und stricken so einen endlosen Schlauch. Immer im Fersenbereich einer Socke fährt die Maschine hin und her und formt die Verstärkung. Am Ende jeder einzelnen Socke wird ein dickerer, andersfarbiger Faden eingeschossen, der später manuell entfernt wird und den Schlauch in einzelne Rohlinge trennt. Diese müssen dann von Hand in zwei weitere Maschinen eingeführt werden, die einmal das eine Ende verketteln und an der anderen Seite das Zehenstück vernähen.
Eine Vielzahl von einstellbaren Nockenscheiben steuern Größe, Länge und Muster. (3% Ausschuss,4 % 2. Wahl).

An modernen, computergesteuerten Maschinen sieht man nichts mehr, sie sind frei programmierbar in allen Parametern. Beliebige Muster (ja selbst Bilder), elastische Bündchen und vieles andere mehr können in sie eingearbeitet werden. Die fertigen Socken werden abgesaugt.
Es ist immer noch laut, aber der Lärmpegel, früher 90 dB, konnte auf 70 dB gesenkt werden. (ab 85 dB Tragepflicht für persönlichen Gehörschutz).
Das Garn wird zugekauft. Man verwendet, je nach Qualität und Preis des Endproduktes, edelste Garne. Das führt im Extremfall (nur auf Bestellung) zum Preis von 800 € für ein Paar Socken.
Fein-Strupf-Abteilung:
Dort werden Damen Strumpfhosen und Strümpfe ab 20 den erzeugt. Die Technologie ist vergleichbar. Bei allen Strumpfhosen wird das 2. Bein immer noch manuell eingenäht.
Halterlose Stümpfe erhalten im Abschluss einen innenliegenden, hauchdünnen Silikonring und unterschiedlichste Verzierungen. (Die Sauerländer Uroma nahm da noch ein Einmachgummi.)
Die Fertigung erfolgt bei den dünnen Garnen immer in rein weiß und der fertige Strumpf wird gefärbt.
Färberei:
Die Strümpfe dümpeln, bei garnabhängigen Temperaturen, in einer geschlossenen Trommel langsam, aber stetig bewegt bis zu 8 Stunden in der Farblösung. Sie nehmen so die Farben an, die man in einem 2. Schritt fixiert.                                    Die Formerei:
Jeder einzelne Strumpf wird nass, von Hand auf ein, der Größe entsprechendes, beinförmiges, ca. 1 m langes, 5mm dickes Blech aufgezogen und in einem Wärmeschrank faserabhängig, bei 80-120 °C, auf die endgültige, für jeden Strumpf gleiche Größe geformt.
Endkontrolle:
Strümpfe, die das Werk verlassen, werden einzeln, manuell auf alle optischen Eigenschaften kontrolliert.
Verpackung:
Nur 2 absolut passgenaue Socken werden gemeinsam verpackt, mit Marken-, Artikelschild und Aufhänger versehen. Hochwertige Qualitäten erhalten eine Seidenpapiereinlage.

Niemand hatte erwartet, wieviel Handarbeit heute noch mit hochwertigen Socken verbunden ist.
Alle manuellen Tätigkeiten erfolgen im Leistungslohn, die Frauen und Männer (viele Tamilen aus dem ehemaligen holländischen Werk) kommen im Schnitt auf 14-15 €/h.

Im Gasthof Röhrig in Schmallenberg-Fleckenberg wartet ein leckeres 3-gängiges Mittagessen, das nach der langen Führung besonders gut schmeckt.

Nach kurzer Fahrt wird es nun bunt. Wir erreichen den Orchideenbetrieb Koch in Lennestadt-Grevenbrück und werden von Wiltrud und Thomas Koch schon erwartet und herzlich begrüßt.
Vater Koch machte schon 1958 in Unna die ersten Versuche mit Orchideen. 1985 ging man nach Lennestadt-Grevenbrück und züchtet dort auf dem Lindenhof, einem ehemaligen Bauernhof, professionell Orchideen.

Schon auf unserer Exkursion nach Reken haben wir gelernt, dass biologische Stromerzeugung erst wirklich wirtschaftlich arbeitet, wenn man die Abwärme vermarkten kann.

Da die Tropenpflanzen viel Wärme benötigen, kommt es auch hier zu einer „win-win“ Situation mit einer nahegelegenen Biogas-Anlage, ohne die beide nur schwer leben könnten. Die frühere Kohleheizung könnte man, abgesehen vom Umweltschutz, nicht mehr bezahlen.
Orchideen benötigen vom Samen bis zur ersten Blüte ca.4 Jahre Pflege und davon das erste Jahr in einer keimfreien Dose, später die meiste Zeit bei 28°C. Sie werden mit Regenwasser ab und zu besprüht und erhalten dabei auch Dünger.
In den Gewächshäusern sehen wir Jungpflanzen in den verschiedenen Stadien, platzsparend gestellt.
Isolierglas und viele weitere Maßnahmen sind erforderlich, um wirtschaftlich zu heizen. Die Pflanzen benötigen viele Stunden Licht pro Tag, mögen aber keine direkte Sonne. So muss im Winter oft beleuchtet und im Sommer häufig beschattet werden. Dafür hat man spezielle, sehr sparsame Lampen und kann Folien mit unterschiedlicher Lichtdurchlässigkeit unter das Glasdach fahren. Auf dem Weg erhielten wir von Herrn Koch eine Lehrstunde über Orchideenpflege. Um die komplizierte Vermehrung aus Samen zu umgehen, wird heute hauptsächlich geklont.
Durch ausländische Großbetriebe und über Discounter kommt immer mehr einfache Billigware auf den Markt, sodass sich die Zucht hochwertiger Pflanzen immer weniger lohnt. Herr Koch wird seinen Betrieb, wenn er in den Ruhestand geht, schließen.

Nach diesem interessanten Tag erreichen wir gegen 19:00 Uhr wieder heimatliche Gefilde. Resümee: Bei diesem schönen Wetter, das wir bei diesem „goldenen“ Oktober hatten, ist alleine schon die wunderschöne Landschaft des Sauerlandes diese Reise wert gewesen wäre.

Exkursion nach Reken

Bei schönem Probuswetter starteten 26 Clubfreundinnen und –freunde frühmorgens zur Busfahrt nach Reken im westlichen Münsterland. Präsident Toni begrüßte die Teilnehmer und gab einen kurzen Überblick über das bevorstehende Tagesprogramm.
Gegen 10 Uhr erreichten wir die Fa. Iglo. Dort erwartete uns Frau Icking, die uns alles Wissenswerte über Iglo erzählen und zeigen würde. Wir alle kennen die Igloprodukte, aber wie werden sie hergestellt? Zunächst zeigte sie uns 3 Filme mit den wesentlichen Angaben über die Fabrik. Grundlagen sind die nachwachsenden Rohstoffe (Spinat, Rotkohl, Weiskohl, Porree, Basilikum, Petersilie). Diese werden in den folgenden Verfahrensschritten bearbeitet:
1, Ernte, 2. Anlieferung über LKW Waage, 3. Qualitätskontrolle, 4. Beseitigung von unerwünschten Inhalten (Insekten, Stielen), 5. Waschen und Blanchieren (bei 95 Grad), 6. Schockgefrieren (bei minus 25 Grad), 7. „Blubb“ (Zugabe von Sahne), 8. Abfüllen in verkaufsfähige Packungen,9. Palettieren, 10. Tiefkühllagerung (fertig zum Verkauf). Dieser Arbeitsablauf bedeutet, dass die Herstellung der Produkte von der Ernte bis zum fertigen Produkt nur ca. 3 Stunden dauert.
Ca. 500 Mitarbeiter beschäftigt Iglo. Es wird im 3-Schichtbetrieb gearbeitet.
Mit der elektrischen Minibahn verfolgten wir im Werk die einzelnen Verfahrensschritte mit entsprechenden Erläuterungen von Frau Icking. Leider wurde z.Zt. kein Spinat verarbeitet. Spinat wird zweimal im Jahr geerntet. Auf diesen Feldern darf erst nach 3 Jahren wieder Spinat geerntet werden.
Im Anschluss an die Werksbesichtigung fuhren wir mit der Minibahn weiter durch die umliegenden Felder mit dem angebauten Gemüse. Es gibt ca. 200 alteingesessene Bauern, die vertragsmäßig für Iglo arbeiten. Auch Frau Icking betreibt mit ihrem Ehemann einen Bauernhof und ist Zulieferer für Iglo. Iglo gibt entsprechende Vorgaben über Gemüseart, Aussaat und Ernte. Für die Besucherführung erhielt Frau Icking eine entsprechende Ausbildung von Iglo.
Zum Abschluss wurden wir zu einem Imbiss mit köstlichen Iglo-Produkten eingeladen
Gegen 12,15 Uhr starteten wir unter Begleitung des Stadtführers, Herrn Wolter, zu einer Busrundfahrt durch die Gemeinde Reken. Reken besteht aus den 5 Ortsteilen, Groß Reken, Maria Veen, Klein Reken, Bahnhof Reken und Hülsten. Die Ortsteile wurden 1964 zur Gemeinde Reken zusammengefasst. Sie ist katholisch-ländlich geprägt und hat ca. 15.000 Einwohner. Landwirtschaft und kleinere Handwerksbetriebe sowie das Umland bis hin zum nahen Ruhrgebiet bieten ausreichend Arbeitsplätze.
Wir fuhren durch die 5 Ortsteile, Herr Wolter zeigte uns die Sehenswürdigkeiten, im Wesentlichen katholische Kirchen, eine kleine evangelische Kirche, Schulen, Sportstätten sowie die Windmühle, das Wahrzeichen von Reken.
In Maria Veen befindet sich ein Kloster mit entsprechenden sozialen Einrichtungen für bedürftige und wohnungslose Mitbürger.
Gegen 13,30 Uhr, nach dem Ende der Rundfahrt, fuhren wir zur Besichtigung einer Biogasanlage auf dem landwirtschaftlichen Anwesen der Familie Benning. Neben der Landwirtschaft betreibt die Familie diese Biogasanlage zur Erzeugung von Strom und Wärme. Zum Einsatz kommen neben nachwachsenden Rohstoffen (Mais), Mist aus der Tierhaltung sowie Erntereste (Wurzeln etc.). Diese werden in 2 Fermenter eingebracht und dort zur Gärung gebracht. Dabei entsteht das Gärgas, das zu 55 Prozent aus Methan besteht. Der Rest ist Kohlendioxyd mit Spuren von Sauerstoff. Im Nachgärer wird das Gas von den festen und flüssigen Restoffen getrennt. Die Reststoffe enthalten die Nährstoffe Stickstoff, Phosphor und Kali. Dies ist ein hochwertiger Dünger, Kurzbezeichnung „NPK“.
Das Gas gelangt mit einem Druck von ca. 200mbar zum Blockheizkraftwerk bzw. direkt zum Verbraucher. Im Blockheizkraftwerk dient das Gas als Antrieb eines speziellen Verbrennungsmotors. Dieser treibt wiederum einen Generator zur Stromerzeugung an. Die bei der Verbrennung erzeugte Wärme dient zur Warmwasseraufbereitung und gelangt von dort zum Verbraucher.
Das Gezeigte ist ein eindrucksvolles Beispiel für eine dezentrale Energieversorgung mit nachwachsenden Rohstoffen. Die vielen Fragen zeigte das große Interesse der Teilnehmer.
Gegen 15 Uhr starteten wir zu unserem letzten Treffpunk, zur Kaffeetafel im Cafe „Altes Spritzenhaus“ in Reken. Nach dem Genuss von Kaffee und Kuchen traten wir um 16 Uhr die Heimreise an.