Vortrag

Martinsabend des PROBUS Club Kaarst am 06.11.2018

Wir trafen uns wie üblich in „Johnens Tenne“ zum traditionellen Martinsessen mit Sektempfang, Kürbissuppe, Martinsgans und Bratapfel.

Präsident Toni Kränzle begrüßte die Anwesenden und die Gäste. In seiner Ansprache zum Festabend erinnerte er an den heiligen Martin und stellte ihn als Mann der Tat vor: Ein Mensch der handelt und hilft. Er sieht die Not des Bettlers und zögert nicht, seinen Mantel mit ihm zu teilen. Dabei war Martin ein bescheidener Mann. Als er Bischof werden sollte lehnte er aus Bescheidenheit und Respekt vor dem hohen Amt ab und versteckte sich. Nach der Legende wurde er durch das Geschnatter der Gänse verraten, die den Verrat am Martinsabend in der Pfanne mit dem Leben bezahlen müssen.

Danach gedachten die Anwesenden der verstorbenen Clubfreundinnen und  -freunde. Dazu hatte Ottmar eine Powerpoint Präsentation vorbereitet, die an jeden von ihnen mit seinem Todestag erinnerte. Toni betonte; „Die Erinnerung ist eine Blume die nie verwelkt, solange man sie pflegt.“ Der Club wird auch in Zukunft die Erinnerung an die Verstorbenen bewahren.

Inzwischen konnte Präsident Toni den Vortragenden des heutigen Abends, Herrn Frank Ingerfurth, mit seiner Frau Dr. Kerstin Kossik begrüßen. Frank Ingerfurth ist Mitbegründer und Pastpräsident des Rotary Clubs Wörthsee. Er stellte uns in seiner halbstündigen Powerpoint-Präsentation „Aids-Waisen im Swasiland“ das zentrale Projekt seines Clubs vor. Dieser unterstützt seit seiner Gründung in 2010 zusammen mit dem Hand-in-Hand e.V. und der Thomas-Engel-Stiftung, die sämtliche in dem Projekt anfallenden Verwaltungskosten trägt, die AIDS-Waisen in Swasiland. Swasiland ist ein Binnenstaat im südlichen Afrika und liegt zwischen Süd-Afrika und Mosambik. Es ist eine absolute Monarchie ohne politische Parteien, hat aber inzwischen eine Verfassung und ein Parlament mit 65 individuell agierenden Abgeordneten, von denen 10 durch den König selbst bestimmt werden. Es herrscht Polygamie. König Mswati III. setzt mit 13 Ehefrauen die Tradition seines Vaters fort, der noch 120 Frauen hatte. Beim Fest Umhlanga („Schilftanz“) Ende August / Anfang September tanzen rund 20.000 ledige, kinderlose junge Frauen für den König, der sich von ihnen eine aussuchen und zur Frau nehmen kann. Swasiland ist sehr arm. 40% des Bruttoinlandsprodukts gehen auf die Coca Cola Company zurück, die dort ihr afrikanisches Hauptquartier hat und Getränke-Konzentrat für ganz Afrika herstellt. Die Arbeitslosenquote beträgt 40,6 %, von den Jugendlichen ist über die Hälfte arbeitslos.

Swasiland verzeichnet mit seinen gerade einmal 1,2 Million Einwohnern die welthöchste Aidsrate. Obwohl das Land recht fruchtbar ist, ist mehr als die Hälfte der Menschen auf Lebensmittel-Hilfe angewiesen. Das Durchschnittsalter beträgt gerade einmal 32 Jahre. Derzeit gibt es schätzungsweise 120.000 Aids-Waisen. Gerade auf dem Lande hat das HIV-Virus fast eine ganze Generation hinweg-gerafft. Zurück bleiben die Alten. Leidtragende sind die vielen Kinder.

Ihnen versuchen der Rotary Club und die mit ihm zusammenarbeitenden Organisationen so gut wie möglich zu helfen. Die AIDS-Waisenkinder und Kinder aus sehr armen Familien erhalten mit der Errichtung und dem Betrieb von Gemeindehäusern durch die Dorfgemeinschaft selbst (sogenannten neighbour-hood care points = NCPs) einen Anlaufpunkt zur Verpflegung, Betreuung und schulischen Unterweisung. Die Kosten für die Errichtung eines NCPs liegen bei ca. 6.000,00 €. Dieser Betrag deckt die Kosten für das Material und eine Fachkraft. Unter Anleitung dieser Fachkraft baut die Dorfgemeinschaft das NCP selbst, was die Wertschätzung des Gebäudes entscheidend erhöht. Daneben wird die Not besonders bedürftiger Familien durch direkte Unterstützung mit dem Bau eines kleinen Hauses und der Versorgung durch Grundnahrungsmittel gelindert. Der Bau eines einfachen Einraumhauses kostet 1.800,00 €, die Kosten für ein Zweiraumhaus belaufen sich auf 3.600,00 €.

Zur finanziellen Unterstützung der AIDS-Waisen verkauft der Rotary Club Wörthsee in Swasiland in Handarbeit hergestellte Sparschweine zum Preis von 10,00 €. Die Schweine werden aus Zeitungspapier gefertigt, das zu Pappmaschee verarbeitet wird. Daraus werden die Tiere hergestellt und anschließend kunterbunt bemalt. Um an das gesparte Geld zu kommen, muss das Schwein geschlachtet werden. Der Referent ist schon oft gefragt worden: „Warum haben die Schweine unten kein Loch?“ Die schönste Antwort: Mit jedem Sparschwein wird ein Traum verwirklicht! Jeder neue Traum braucht auch ein neues Sparschwein!

Frank Ingerfurth hatte uns einen Sack voll Sparschweine, aber auch andere Tiere wie Elefanten, Mäuse und Giraffen mitgebracht und auf den Tischen verteilt. Wer etwas für das Projekt spendete, konnte ein Schwein mit nach Hause nehmen. Dieser Anreiz wirkte. Unser Schatzmeister Günther Schroeder, der zusammen mit dem Clubmeister Hartmut Becker die Spenden einsammelte, gab bekannt, dass mehr als sonst, nämlich über 900 € zusammengekommen waren. Sie wurden aus der Clubkasse aufgerundet, so dass unser Präsident an Frank Ingerfurth 1.200 € überreichen bzw. überweisen konnte. Dieser bedankte sich herzlich für die Gelegenheit, das Aids-Waisenprojekt zu präsentieren und die großzügige Unterstützung, die es durch uns erfahren hat.

Es war ein gelungener Abend.

Herbstliche Reise in Sauerland

Montag, 15.10.2018
Pünktlich um 08:30 Uhr fuhren wir in Kaarst mit dem Bus ab. Mit leichter Verspätung trafen wir um 11:00 Uhr an der Möhne-Talsperre ein. Dort begingen wir die Staumauer bis zur Mitte, ließen uns von Präsident Toni die Geschichte und Bedeutung der Talsperre erklären und nahmen am Pegel den sehr niedrigen Wasserstand zur Kenntnis.
Nach einer halben Stunde ging es weiter in Richtung Winterberg. Kurz vor der Stadt besuchten wir mit einem kurzen Fußmarsch vom Parkplatz aus die Ruhrquelle, an der wir allerdings wegen der seit Monaten anhaltenden Trockenheit nur mühsam eine geringfügige Wasserbewegung in einer kleinen Lache feststellen konnten.
Eine kurze Fahrt brachte uns in das Stadtzentrum von Winterberg, wo wir unsere Mittagspause mit Kaffee und Gebäck verbrachten.
Nach wiederum kurzer Busfahrt erreichten wir gegen 14:30 Uhr den Kahlen Asten, wo uns bereits der vorbestellte Diplom-Geologe Pape erwartete, den wir für eine Führung engagiert hatten. An einem Aussichtspunkt erhielten wir einige grundsätzliche Erklärungen zum Kahlen Asten: Nachdem in früherer Zeit durch „Plaggen“ (Abtragen der Humusschicht) der Boden so nährstoffarm gemacht wor¬den war, dass im Wesentlichen nur noch Heidelbeeren, Preiselbeeren und Heidepflanzen dort gedei¬hen konnten, hält man jetzt den Bewuchs bewusst niedrig, damit keine größeren Pflanzen den Kahlen Asten überwuchern können. Dies wird vor allem durch Schafe bewirkt, die man dort weiden lässt.
Danach ging es zur Wetterstation, die zu den wichtigsten in Deutschland gehört. Während bisher dort sehs Mitarbeiter mit Aufnahme und Weiterleitung der Messungen tätig gewesen waren, wird dies alles seit diesem Jahr vollautomatisch durchgeführt. Herr Pape erklärte uns die zahlreichen dort aufgestellten Vorrichtungen. Diese dienen z.B. zur Messung der Temperatur in 2 m Höhe (Normalmessung) und am Boden, der Windstärke, des Niederschlags, der Raureifbildung an einer Stange, der Schneehöhe durch Laserstrahl auf eine Metallplatte im Boden usw. Alle diese Werte werden gespeichert und sind für die vorgesehenen Stellen abrufbar.
Wer wollte, konnte anschließend den Astenturm besteigen. Nach Bewältigung von 80 Stufen durften wir den durch das schöne Sonnenwetter ermöglichten Panoramablick genießen. Herr Pape gab dazu eine Reihe von Erklärungen. Wir sahen Winterberg und Altastenberg mit der (trockenen) Lennequelle, der höchsten Quelle in NRW, sowie den Langenberg, der als wenig bekannter höchster Berg in NRW den Kahlen Asten noch um 2 m übertrifft.
Abschließend begleitete Herr Pape uns noch in die Ausstellung im Astenturm, wo wir er uns einige Info-Tafeln erklärte, insbes. zur Temperaturentwicklung der letzten 120 Jahre und nochmals zu technischen Messvorgängen.
Danach ging es zurück zum Bus, der uns auf kurvigen Straßen nach Schmallenberg brachte. Gegen 16:30 Uhr erreichten wir das Hotel Stoffels, wo wir eincheckten und die nach allgemeiner Meinung sehr ansprechenden Zimmer bezogen.
Nach einer Pause begaben wir uns zu dem vom Hotel auf unseren Wunsch bestellten Stadtführer, dem pensionierten Leiter des städtischen Bauamts, Herrn Voss. Auf dem Paul-Falke-Platz vor der Stadthalle erklärte uns dieser zunächst anhand einer Bronzesäule die Bedeutung von Paul Falke als Firmengründer und Bürgermeister. Danach gab es ausführliche Hinweise zur Geschichte und Entwicklung der Stadt, die 1244 vom Kölner Erzbischof Konrad von Hochstaden gegründet und lange Zeit von den Kölner Erzbischöfen beherrscht worden ist. Nach dem vierten Stadtbrand im Jahr 1822 wurde die Stadt völlig neu aufgebaut: Anstelle der bisher ovalen Form entstand sie nunmehr in Form einer Leiter mit zwei Achsen und mehreren Quersprossen.
Während eines ausgiebigen Rundgangs erfuhren wir, dass die Stadt recht wohlhabend und beinahe schuldenfrei ist. Dies zeigt sich den in, in den den letzten Jahren hochwertig umgestalteten Wegen und Plätzen und vor allem an den Gebäuden. Wir erfuhren, dass die Stadt bei allen neu- oder umgebauten Gebäuden dafür sorgt, dass diese mit 5 Achsen errichtet werden: eine Mittelachse mit Treppenzugang und an beiden Seiten zwei Seitenachsen. Außerdem stehen vor vielen Häusern je zwei Bäume, symmetrisch angeordnet.
Weitere Sehenswürdigkeiten waren insbesondere:
• das aus einer schlichten Fabrikhalle der Firma Sophie Stecker entstandenen aufwendigen Gebäuden mit Wohn- und Geschäftsräumen
• die Sparkasse mit den Skulpturen „Sparer und Verschwender“
• der übergroß dargestellte Schmallenberger Pfennig (früher allgemein gültiges Zahlungsmittel)
• Skulptur und Tafel des Floigenkaspars, der verschiedene Flugversuche unternommen hatte
• mehrere Skulpturen aus jüngerer Zeit, insbesondere zwei Schutzengel vor dem Pfarrhaus.
Abschließend gab es noch einige grundlegende Informationen:
Schmallenberg ist flächenmäßig die zweitgrößte Stadt in NRW. Die Stadt lebt von der Firma Falke als Arbeitgeber und vom Fremdenverkehr. Insgesamt 9 der 83 (!) Ortsteile sind als Bundesgolddörfer ausgezeichnet worden.

Dienstag 16.09.2018
Nach dem Frühstück im Hotel Stoffels startet der Bus zur 460 m entfernten
Strumpffabrik Falke.
Am Verwaltungsgebäude empfängt uns um 10 Uhr der ehemalige Obermeister Tillmann (75), der bereits seit 57 Jahren für das Unternehmen weltweit tätig war und als Rentner immer noch ist. Er beginnt mit einer Einführung.
Falke verdankt seine Gründung der Tatsache, dass Dachdecker im Winter arbeitslos waren. So musste sich Franz Falke-Rohnen in der kalten Jahreszeit seinen Lebensunterhalt in Strickereien verdienen und lernte so für seine Zukunft. Er machte sich 1895 in Schmallenberg selbständig und ahnte sicher nicht, dass seine Urenkel einmal mit über 3000 Mitarbeitern weltweit und auch in Ländern, tätig sein würden, deren Namen er vermutlich noch nicht einmal kannte.
Da man durch geschickte Produktions-Verlagerungen (beginnend 1974) ins Ausland Lohnkosten senken konnte, ist es gelungen, große Teile der Fertigung, besonders der hochwertigen Produkte, in Deutschland zu erhalten.
Seit 1958 werden Socken gefertigt. Neben diesem Hauptgeschäft, ist man noch mit funktionaler Sportkleidung auf dem Markt.
Der Rundgang beginnt im Stricksaal für Socken.
Zunächst wird die Technologie der Sockenfertigung an 70 Jahren alten Maschinen demonstriert.
Hunderte kreisförmig angeordnete „Häkelnadeln“ erfassen den pneumatisch eingeschossenen Faden, bilden Maschen und stricken so einen endlosen Schlauch. Immer im Fersenbereich einer Socke fährt die Maschine hin und her und formt die Verstärkung. Am Ende jeder einzelnen Socke wird ein dickerer, andersfarbiger Faden eingeschossen, der später manuell entfernt wird und den Schlauch in einzelne Rohlinge trennt. Diese müssen dann von Hand in zwei weitere Maschinen eingeführt werden, die einmal das eine Ende verketteln und an der anderen Seite das Zehenstück vernähen.
Eine Vielzahl von einstellbaren Nockenscheiben steuern Größe, Länge und Muster. (3% Ausschuss,4 % 2. Wahl).

An modernen, computergesteuerten Maschinen sieht man nichts mehr, sie sind frei programmierbar in allen Parametern. Beliebige Muster (ja selbst Bilder), elastische Bündchen und vieles andere mehr können in sie eingearbeitet werden. Die fertigen Socken werden abgesaugt.
Es ist immer noch laut, aber der Lärmpegel, früher 90 dB, konnte auf 70 dB gesenkt werden. (ab 85 dB Tragepflicht für persönlichen Gehörschutz).
Das Garn wird zugekauft. Man verwendet, je nach Qualität und Preis des Endproduktes, edelste Garne. Das führt im Extremfall (nur auf Bestellung) zum Preis von 800 € für ein Paar Socken.
Fein-Strupf-Abteilung:
Dort werden Damen Strumpfhosen und Strümpfe ab 20 den erzeugt. Die Technologie ist vergleichbar. Bei allen Strumpfhosen wird das 2. Bein immer noch manuell eingenäht.
Halterlose Stümpfe erhalten im Abschluss einen innenliegenden, hauchdünnen Silikonring und unterschiedlichste Verzierungen. (Die Sauerländer Uroma nahm da noch ein Einmachgummi.)
Die Fertigung erfolgt bei den dünnen Garnen immer in rein weiß und der fertige Strumpf wird gefärbt.
Färberei:
Die Strümpfe dümpeln, bei garnabhängigen Temperaturen, in einer geschlossenen Trommel langsam, aber stetig bewegt bis zu 8 Stunden in der Farblösung. Sie nehmen so die Farben an, die man in einem 2. Schritt fixiert.                                    Die Formerei:
Jeder einzelne Strumpf wird nass, von Hand auf ein, der Größe entsprechendes, beinförmiges, ca. 1 m langes, 5mm dickes Blech aufgezogen und in einem Wärmeschrank faserabhängig, bei 80-120 °C, auf die endgültige, für jeden Strumpf gleiche Größe geformt.
Endkontrolle:
Strümpfe, die das Werk verlassen, werden einzeln, manuell auf alle optischen Eigenschaften kontrolliert.
Verpackung:
Nur 2 absolut passgenaue Socken werden gemeinsam verpackt, mit Marken-, Artikelschild und Aufhänger versehen. Hochwertige Qualitäten erhalten eine Seidenpapiereinlage.

Niemand hatte erwartet, wieviel Handarbeit heute noch mit hochwertigen Socken verbunden ist.
Alle manuellen Tätigkeiten erfolgen im Leistungslohn, die Frauen und Männer (viele Tamilen aus dem ehemaligen holländischen Werk) kommen im Schnitt auf 14-15 €/h.

Im Gasthof Röhrig in Schmallenberg-Fleckenberg wartet ein leckeres 3-gängiges Mittagessen, das nach der langen Führung besonders gut schmeckt.

Nach kurzer Fahrt wird es nun bunt. Wir erreichen den Orchideenbetrieb Koch in Lennestadt-Grevenbrück und werden von Wiltrud und Thomas Koch schon erwartet und herzlich begrüßt.
Vater Koch machte schon 1958 in Unna die ersten Versuche mit Orchideen. 1985 ging man nach Lennestadt-Grevenbrück und züchtet dort auf dem Lindenhof, einem ehemaligen Bauernhof, professionell Orchideen.

Schon auf unserer Exkursion nach Reken haben wir gelernt, dass biologische Stromerzeugung erst wirklich wirtschaftlich arbeitet, wenn man die Abwärme vermarkten kann.

Da die Tropenpflanzen viel Wärme benötigen, kommt es auch hier zu einer „win-win“ Situation mit einer nahegelegenen Biogas-Anlage, ohne die beide nur schwer leben könnten. Die frühere Kohleheizung könnte man, abgesehen vom Umweltschutz, nicht mehr bezahlen.
Orchideen benötigen vom Samen bis zur ersten Blüte ca.4 Jahre Pflege und davon das erste Jahr in einer keimfreien Dose, später die meiste Zeit bei 28°C. Sie werden mit Regenwasser ab und zu besprüht und erhalten dabei auch Dünger.
In den Gewächshäusern sehen wir Jungpflanzen in den verschiedenen Stadien, platzsparend gestellt.
Isolierglas und viele weitere Maßnahmen sind erforderlich, um wirtschaftlich zu heizen. Die Pflanzen benötigen viele Stunden Licht pro Tag, mögen aber keine direkte Sonne. So muss im Winter oft beleuchtet und im Sommer häufig beschattet werden. Dafür hat man spezielle, sehr sparsame Lampen und kann Folien mit unterschiedlicher Lichtdurchlässigkeit unter das Glasdach fahren. Auf dem Weg erhielten wir von Herrn Koch eine Lehrstunde über Orchideenpflege. Um die komplizierte Vermehrung aus Samen zu umgehen, wird heute hauptsächlich geklont.
Durch ausländische Großbetriebe und über Discounter kommt immer mehr einfache Billigware auf den Markt, sodass sich die Zucht hochwertiger Pflanzen immer weniger lohnt. Herr Koch wird seinen Betrieb, wenn er in den Ruhestand geht, schließen.

Nach diesem interessanten Tag erreichen wir gegen 19:00 Uhr wieder heimatliche Gefilde. Resümee: Bei diesem schönen Wetter, das wir bei diesem „goldenen“ Oktober hatten, ist alleine schon die wunderschöne Landschaft des Sauerlandes diese Reise wert gewesen wäre.

Exkursion nach Reken

Bei schönem Probuswetter starteten 26 Clubfreundinnen und –freunde frühmorgens zur Busfahrt nach Reken im westlichen Münsterland. Präsident Toni begrüßte die Teilnehmer und gab einen kurzen Überblick über das bevorstehende Tagesprogramm.
Gegen 10 Uhr erreichten wir die Fa. Iglo. Dort erwartete uns Frau Icking, die uns alles Wissenswerte über Iglo erzählen und zeigen würde. Wir alle kennen die Igloprodukte, aber wie werden sie hergestellt? Zunächst zeigte sie uns 3 Filme mit den wesentlichen Angaben über die Fabrik. Grundlagen sind die nachwachsenden Rohstoffe (Spinat, Rotkohl, Weiskohl, Porree, Basilikum, Petersilie). Diese werden in den folgenden Verfahrensschritten bearbeitet:
1, Ernte, 2. Anlieferung über LKW Waage, 3. Qualitätskontrolle, 4. Beseitigung von unerwünschten Inhalten (Insekten, Stielen), 5. Waschen und Blanchieren (bei 95 Grad), 6. Schockgefrieren (bei minus 25 Grad), 7. „Blubb“ (Zugabe von Sahne), 8. Abfüllen in verkaufsfähige Packungen,9. Palettieren, 10. Tiefkühllagerung (fertig zum Verkauf). Dieser Arbeitsablauf bedeutet, dass die Herstellung der Produkte von der Ernte bis zum fertigen Produkt nur ca. 3 Stunden dauert.
Ca. 500 Mitarbeiter beschäftigt Iglo. Es wird im 3-Schichtbetrieb gearbeitet.
Mit der elektrischen Minibahn verfolgten wir im Werk die einzelnen Verfahrensschritte mit entsprechenden Erläuterungen von Frau Icking. Leider wurde z.Zt. kein Spinat verarbeitet. Spinat wird zweimal im Jahr geerntet. Auf diesen Feldern darf erst nach 3 Jahren wieder Spinat geerntet werden.
Im Anschluss an die Werksbesichtigung fuhren wir mit der Minibahn weiter durch die umliegenden Felder mit dem angebauten Gemüse. Es gibt ca. 200 alteingesessene Bauern, die vertragsmäßig für Iglo arbeiten. Auch Frau Icking betreibt mit ihrem Ehemann einen Bauernhof und ist Zulieferer für Iglo. Iglo gibt entsprechende Vorgaben über Gemüseart, Aussaat und Ernte. Für die Besucherführung erhielt Frau Icking eine entsprechende Ausbildung von Iglo.
Zum Abschluss wurden wir zu einem Imbiss mit köstlichen Iglo-Produkten eingeladen
Gegen 12,15 Uhr starteten wir unter Begleitung des Stadtführers, Herrn Wolter, zu einer Busrundfahrt durch die Gemeinde Reken. Reken besteht aus den 5 Ortsteilen, Groß Reken, Maria Veen, Klein Reken, Bahnhof Reken und Hülsten. Die Ortsteile wurden 1964 zur Gemeinde Reken zusammengefasst. Sie ist katholisch-ländlich geprägt und hat ca. 15.000 Einwohner. Landwirtschaft und kleinere Handwerksbetriebe sowie das Umland bis hin zum nahen Ruhrgebiet bieten ausreichend Arbeitsplätze.
Wir fuhren durch die 5 Ortsteile, Herr Wolter zeigte uns die Sehenswürdigkeiten, im Wesentlichen katholische Kirchen, eine kleine evangelische Kirche, Schulen, Sportstätten sowie die Windmühle, das Wahrzeichen von Reken.
In Maria Veen befindet sich ein Kloster mit entsprechenden sozialen Einrichtungen für bedürftige und wohnungslose Mitbürger.
Gegen 13,30 Uhr, nach dem Ende der Rundfahrt, fuhren wir zur Besichtigung einer Biogasanlage auf dem landwirtschaftlichen Anwesen der Familie Benning. Neben der Landwirtschaft betreibt die Familie diese Biogasanlage zur Erzeugung von Strom und Wärme. Zum Einsatz kommen neben nachwachsenden Rohstoffen (Mais), Mist aus der Tierhaltung sowie Erntereste (Wurzeln etc.). Diese werden in 2 Fermenter eingebracht und dort zur Gärung gebracht. Dabei entsteht das Gärgas, das zu 55 Prozent aus Methan besteht. Der Rest ist Kohlendioxyd mit Spuren von Sauerstoff. Im Nachgärer wird das Gas von den festen und flüssigen Restoffen getrennt. Die Reststoffe enthalten die Nährstoffe Stickstoff, Phosphor und Kali. Dies ist ein hochwertiger Dünger, Kurzbezeichnung „NPK“.
Das Gas gelangt mit einem Druck von ca. 200mbar zum Blockheizkraftwerk bzw. direkt zum Verbraucher. Im Blockheizkraftwerk dient das Gas als Antrieb eines speziellen Verbrennungsmotors. Dieser treibt wiederum einen Generator zur Stromerzeugung an. Die bei der Verbrennung erzeugte Wärme dient zur Warmwasseraufbereitung und gelangt von dort zum Verbraucher.
Das Gezeigte ist ein eindrucksvolles Beispiel für eine dezentrale Energieversorgung mit nachwachsenden Rohstoffen. Die vielen Fragen zeigte das große Interesse der Teilnehmer.
Gegen 15 Uhr starteten wir zu unserem letzten Treffpunk, zur Kaffeetafel im Cafe „Altes Spritzenhaus“ in Reken. Nach dem Genuss von Kaffee und Kuchen traten wir um 16 Uhr die Heimreise an.

Sommerfest mit Ämterwechsel des PROBUS Club Kaarst

Das diesjährige Sommerfest mit Ämterwechsel fand in den Räumen des Restaurants Kaiserhof in Willich statt.
Bei der Eröffnung konnte Präsident Heinz Sahnen 61 Clubfreundinnen und –freunde sowie 8 Gäste begrüßen. Der Präsident des PROBUS Clubs Meerbusch, Klaus Burghard, hob in seinen Grußworten die gute Verbindung der beiden Clubs hervor. Die Kaarster Bürgermeisterin, Frau Dr. Nienhaus, dankte für die Einladung und fand anerkennende Worte für das soziale Engagement unseres Clubs. Sie betonte: „Der PROBUS Club ist ein wichtiger Partner im gesellschaftlichen Leben der Stadt Kaarst.“

Die Laudatio auf den scheidenden Präsidenten hielt sein Vorgänger; Pastpräsident Adolf Schätzlein. Er erinnerte an die vielen schönen Veranstaltungen des vergangenen Clubjahres. Ein besonderer Höhepunkt war die Reise ins Ammerland, bei der uns Heinz Sahnen mit pädagogischem Geschick seine Heimat näherbrachte. Zudem hat es Heinz geschafft, neue Mitglieder zu gewinnen, so dass die Mitgliederzahl trotz dreier Todesfälle konstant blieb. Schließlich ist Heinz zu danken, dass er Nachfolger im Präsidentenamt gefunden hat und mit Toni Kränzle und Peter Hacke der Clubversammlung erstmals zwei Halbjahres-Präsidenten präsentieren konnte.
Heinz Sahnen erinnerte in seiner Abschiedsrede an die drei Thesen, die er seiner Präsidentschaft vorangestellt hatte: Wir sind eine Wohlfühlgemeinschaft – unsere Leitidee ist die Pflege von Freundschaft und Geselligkeit – wir sind ein Freundeskreis für das dritte Lebensjahrzehnt. Daran hat sich Heinz bei seiner Amtsführung gehalten. Dementsprechend war das Jahr für alle kein Jahr des Stresses und der Belastung, sondern ein Jahr sehr positiver Erfahrungen. Heinz dankte allen Vorstandsmitgliedern, insbesondere der Clubmeisterin Alheide Schönstein, für die Unterstützung. Er schloss mit einem Satz von Karl-Josef Laumann, derzeit amtierender Sozialminister NRW: „Es ist klug so zu leben, dass es im Alter noch ein paar Menschen gibt, die einen gut leiden können“.
Die feierliche Ämterübergabe an den neuen Präsidenten Toni Kränzle wurde von dem amtierenden Pastpräsidenten Dieter Seeberger geleitet. Er nahm Heinz die Amtskette ab und hängte sie Toni um. Sodann übergab er ihm den Elefanten und die Glocke als Symbole für das neue Amt. Tonis Partnerin Gertrud Pieper bekam einen Blumenstrauß.
Sodann steckte Dieter dem scheidenden Präsidenten die Pastpräsidenten-Nadel an. Zum Dank und als Anerkennung für die geleistete Arbeit erhielt Heinz eine große Kiste Wein und seine Frau Renate einen Blumenstrauß. Auch die Singers dankten. Sie sangen für Heinz und Renate den Kanon „Wir feiern ein Fest mit Freunden.“
Der neue Präsident, der zum zweiten Mal die Amtskette trägt, erinnerte in seiner Ansprache an die Zeit vor 22 Jahren, als er – ein Jahr nach Gründung des Clubs – zum ersten Mal Präsident war. Die Rotarier handelten sehr weitsichtig, als sie damals die Gründung von PROBUS Clubs initiierten. Aufgrund der demographischen Entwicklung nimmt die Zahl der Senioren mehr und mehr zu. Sie finden in den PROBUS Clubs eine soziale Heimat. Diesen Anspruch setzt unser Club um. Er wird in diesem Jahr erstmals am Seniorenforum in Kaarst teilnehmen, bei dem die in Kaarst tätigen Einrichtungen und Organisationen Gelegenheit haben, sich und ihre Arbeit zu präsentieren. Toni konnte erfreut feststellen: Der Fortbestand des Clubs ist gesichert, 2020 feiern wir 25 -jähriges Jubiläum!
Der neue Vorstand, mit dem Toni zusammen sein Präsidentenhalbjahr gestalten wird, setzt sich im Wesentlichen aus den bisherigen Vorstandsmitgliedern zusammen. Vizepräsidenten sind Peter Hacke und Georg Meyer. Sie haben diese Ämter in vollem Bewusstsein der damit in Zukunft auf sie zukommenden Aufgaben übernommen.
Als Leitspruch für seine Präsidentschaft wählte Toni ein Wort von Marcus Tullius Cicero (106 – 43 v.Chr): „Freundschaft verdoppelt unsere Freude und halbiert unseren Schmerz.“
Mit dem Schlusslied („Wir sind bei PROBUS…“) klang die Veranstaltung aus.

Diamantenes Priesterjubiläum Pfarrer Heinrich Schreckenberg

Am 28. August 2018 wurde in der St. Clemens -Gemeinde in DO-Brackel der 6o. Jahrestag der Priesterweihe des Gründungsmitgliedes des PROBUS Club Dortmund Pfarrer im (Un)ruhestand Heinrich Schreckenberg zugleich zu seinem 88. Geburtstag gefeiert. Seit der Charterfeier 2006 war er aktives Mitglied und gestaltete seitdem gemeinsam mit dem evangelischen Pfarrer,  Mitglied Ulrich Strunck, unsere Advents- und Vorweihnachtsfeiern. Weiterhin ist er (als Spitzname: Don Schrecko) in ganz Deutschland im seelsorglichen Dienst unterwegs.

Eine große Anzahl der PROBUS Mitglieder begleitete die Feier mit der Gemeinde und hochrangigen Gästen:

Präsident J.B. Osthoff (r) gratuliert H. Schreckenberg (im Hintergrund Pfr. L. Keite)

Botanischer Garten Rombergpark

Zwischen 1817 und 1824 wurde um das Haus Brüninghausen während des Umbaus des Schlosses von Freiherrn von Romberg ein englischer Landschaftsgarten angelegt. 1926 wurde das Gelände von der Stadt Dortmund erworben.

Der Leiter und Direktor Dr. Patrick Knopf dieses „Botanischen Gartens Rombergpark“ führte die PROBUS-Freunde mit einem informativen Rundgang in diesen mit 70 ha einen der größten europäischen Parks. Dieser enthält 4.500 verschiedene Gehölzarten und -sorten, z.B. ca. 8.000 Grossbäume. Seit 2016  steht der Rombergpark unter Gesamtdenkmalschutz als Naturdenkmal Nr. 93.

Die 216 Jahre alte „farnblättrige Buche“ (s. Foto) mit einer Baumkrone von ca. 20 m diente als Schattenpause während des Rundganges, der im Parkrestaurant „Due Leoni“ abgeschlossen wurde.

Ämterübergabe in Lüdinghausen

Foto: Andreas Lechtape

DieVorstandsämter des PROBUS Clubs Dortmund wurden am 4.7. in Lüdinghausen nach einem Besuch der renovierten Burg Vischering im Restaurant „Naundrups Hof“ in Seppenrade übergeben. Präsident wurde Jürn-Bernd Osthoff (2. von links) der F. Peter Schmitz (links) ablöste, Vizepräsident wurde Prof. Dr. Werner Abegg.

Herausgestellt wurden die Spenden im leztenClubjahr in Höhe von 5.250 €!  Empfänger waren u.a.: Musikschule und Ballettfreunde in Dortmund sowie Kommende (Bene Volens) und die Aktion Dortmund spielt draußen.

Tod des Gründungsmitgliedes und aktivem Freund

Im Juni 2018 verstarb unser Gründungsmitglied und aktiver Freund:

Dr. Berthold Breidenbach, Wirtschaftsprüfer und Steuerberater, Wuppertal

Seine Ausgeglichenheit und Harmonie waren Merkmale, die uns immer mit ihm und seiner Frau Barbara begleitet haben. Von Anfang an war Berthold ein aktiver und helfender Berater, z.B. bei der Gründung unserer Fördervereins.

Den letzten Gang haben wir mit vielen Mitgliedern  unseres Clubs begleitet und der trauernden Witwe und den Angehörigen unser tiefgefühltes Beileid ausgesprochen. Berthold war ein wunderbarer Mensch mit Kraft, Ideen und Humor, den wir vermissen und in Erinnerung behalten werden.

Clubfahrt Koblenz bis Trier

Vom 7. bis 10. Juni 2018 fand die Clubreise des PROBUS Clubs Dortmund mit folgendem Schwerpunkten statt. (Übernachtung: Deutschherrenhof, Zeltingen-Rachtig

  • Koblenz: Deutsches Eck und Altstadt Kolenz
  • Führung in der Burg Eltz
  • Führung Bernkastel-Kues
  • Besichtigung Cusanus-Stift mit Vortrag Prof. Dr. Hermann Kleber
  • Weinprobe und Vesper im Weingut Markus Molitor, Klosterberg
  • Kloster Machern, Wehlen
  • Stadtführung Trier
  • Moselschleife Trittenheim
  • Führung durch die „Historische Weiherschleife“, Idar-Oberstein

Ämterübergabe beim PROBUS-Club Kleve

Dr. Dietmar Viertel (re.) ist neuer Präsident des PROBUS-Club Kleve. Mike Urban (li.), scheidender Präsident überreicht ihm die Präsidentennadel verbunden mit den besten Glückwünschen.

Bei der jährlich stattfindenden Mitgliederversammlung standen auch wieder Vorstandswahlen an. Mike Urban, Präsident 2017/18 stellte in seinem Rechenschaftsbericht die wesentlichen Ereignisse seines Amtsjahres dar. Hierbei hob er die sehr engagierte Arbeit des Vorstandes hervor, die zudem durch die dringlichen Anforderungen i.Z.m der Datenschutzverordnung die Funktionsträger doch überdurchschnittlich in Anspruch nahmen. Dr. Uschi Möhrer, verantwortlich für die Veranstaltungen des Clubs konnte wieder ein anspruchsvolles Programm vorstellen. Die fast vollzählig versammelten Mitglieder zeigten sich erfreut und zufrieden mit der geleisteten Arbeit und entließen den Vorstand mit den besten Wünschen. Neuer Präsident des PROBUS-Club Kleve ist Dr. Dietmar Viertel. Der Emmericher Zahnarzt hatte bereits im PROBUS-Jahr 2012/13 den Club geführt und stellte sich erneut zur Verfügung. Beim anschließenden feierlichen Abendessen konnte er auch die Präsidenten der Nachbarclubs von PROBUS Emmerich-Rees, EUREGIO, Herrn Louis Cloostermann und von ROTARY-Kleve, Herrn Ludger van Bebber begrüßen. In seiner Antrittsrede erklärte Viertel, dass er den eingeschlagenen Weg der geselligen Begegnungen und Pflege der Freundschaften weitergehen und sich verstärkt um die Gemeinschaft und den Austausch mit den Nachbar-Clubs bemühen möchte. Eine Überraschung gab es dann doch noch. Der scheidende Präsident und die Programmwartin hatten ein veganes Buffet bestellt, was den Gästen Bewertungen von „mutig“ bis „schmeckt mir“ entlockte.