Exkursion

Exkursion ins Siebengebirge am 16.08.2016

Cf Wolfgang Boretzky begrüßte uns und stellte die Ziele der Tagestour vor. Wichtig: Es war echtes Probuswetter, das einen wunderschönen Tag versprach.

Pünktlich um 11,00 Uhr erreichten wir die Doppelkirche Schwarzrheindorf, den kulturellen Höhepunkt der Reise. Weithin sichtbar gegenüber von Bonn an der Siegmündung gelegen, ist sie eine der berühmtesten Kirchen im Rheinland. Sie wird gerade renoviert und war ringsherum eingerüstet.

Frau Diesler erläuterte uns auf einer 1,5-stündigen Führung die Besonderheiten des Bauwerks, seine Geschichte und die außergewöhnlichen Malereien im Inneren.

Der Bau besteht aus zwei übereinanderliegenden Kirchen. Die Unterkirche ist dem heiligen Clemens, die Oberkirche der Gottesmutter Maria geweiht. Eine genaue Kenntnis der Raumnutzung fehlt. In der älteren Literatur wird vielfach angenommen, die Unter-kirche sei Volkskirche, die Oberkirche Raum der Grafenfamilie gewesen. Gesichert ist dies allerdings nicht.

Die Kirche wurde im Auftrag von Arnold von Wied II (ab 1151 bis 1156 Erzbischof und Kurfürst von Köln) und dessen Schwester Hadwig von Wied Mitte des 12. Jahrhunderts auf deren Hofgut errichtet. Sie wurde am 25. April 1151 in Anwesenheit des Staufer Königs Konrad III geweiht. Arnold von Wieds Schwester Hadwig errichtete 1156 nach dem Tod des Bruders hier ein Kloster der Benediktinerinnen. Aus dem Obergeschoss der Kirche wurde nun die Klausurkirche der Nonnen. Dabei diente die Zwerggalerie, die die Ober-kirche umrahmt, als „Kreuzgang mit Aussicht“.

Beide Kirchenräume besitzen eine sehr gut erhaltene Ausmalung. Die in der Unterkirche stammt aus der Mitte des 12. Jahrhunderts, die der Oberkirche datiert von 1173. Die Unterkirche ist berühmt wegen ihrer aus der Erbauungszeit original erhalten gebliebenen Wandfresken des sog. Ezechiel–Zyklus, der wahrscheinlich 1151 bereits fertig war. Sie wurden zwischenzeitlich übermalt und erst 1846 wieder- entdeckt, restauriert und ergänzt. Die 20 Bilder in den Kreuzgratgewölben schildern nach ausgewählten Texten des Propheten Ezechiel (Kommentar des Rupert von Deutz) die Zerstörung Jerusalems, die Vernichtung und Verbannung des Volkes Israel und im Vierungsgewölbe den Aufbau des Neuen Jerusalem.

Anschließend ging es nach Oberdollendorf zum Mittagessen in die Bauernschenke, wo besonders die Reibekuchen großen Anklang fanden. Danach führte uns Wolfgang durch den Ort. Die Gebäude und Höfe lassen noch die ursprüngliche Erwerbstätigkeit der Bewohner erkennen: Landwirtschaft, Weinbau, Mühlenbetriebe. Heute gibt es noch eine Winzerfamilie im Ort, das Weingut Blöser mit 7,5 ha Anbaufläche. 

Um 15,00 Uhr trafen wir uns zu dem unterhaltsamen und lustigen Höhepunkt des Aus-flugs im Weinhaus Gut Sülz. Das Gut ist das älteste Anwesen von Oberdollendorf und geht wohl auf einen adligen Freihof zurück, der bereits 966 urkundlich mit Weinbergen erwähnt wird. Um 1350 war das Gut Mittelpunkt der klösterlichen Weinwirtschaft von Kloster Heisterbach. Ab 1803 wurde es verstaatlicht, dann privatisiert und ist heute Weinhaus mit großer Wiese, auf der unsere Weinprobe stattfand.

Wir probierten einen Oberdollendorfer Riesling und einen Oberdollendorfer Portugieser, beide vom Weingut Blöser, sowie einen Weißburgunder vom Kaiserstuhl.

Wir wären gerne länger geblieben. Doch um 17,00 Uhr ging es zurück nach Kaarst.